Energie Treue lohnt beim Strompreis nicht

Energie Treue lohnt beim Strompreis nicht

von Florian Junker
27.07.2016
Auf einen Blick

Die Grundversorgung beim Strom wird immer teurer, aber Kunden können handeln: Ein Wechsel kann mehrere hundert Euro im Jahr an Nebenkosten sparen.

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Der Strompreis steigt eigentlich seit Jahren kontinuierlich, allein im ersten Halbjahr 2016 mussten Verbraucher in der Grundversorgung im Schnitt rund ein Prozent mehr bezahlen. Trotz relativ günstiger Preise an der Strombörse in Leipzig zahlen insbesondere treue Kunden drauf. Denn wer seinen Anbieter noch nie gewechselt hat ist in aller Regel im Standardtarif, der sogenannten Grundversorgung. Und die ist im Vergleich zu den Wettbewerbern meist erheblich teurer für die Kunden. Wechselwillige Kunden werden von über 1.000 Anbietern nicht nur mit einem niedrigen Strompreis pro Kilowattstunde, sondern auch mit Rabatten gelockt. Insbesondere Haushalte, die noch nie den Anbieter gewechselt haben, können durch einen Vergleich beim Strompreis mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Es gilt die Regel: Am günstigsten bekommen die Strom, die regelmäßige den Anbieter wechseln. Treue Kunden sind die Dummen.

Wettbewerb nutzen

Zum Beispiel ein Zwei-Personen-Haushalt in München mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden (kWh) zahlt bis zu 1045 Euro jährlich ohne einen Vergleich des Strompreises. Dabei ist das mit dem Biallo-Stromvergleichsrechner eine Sache von wenigen Minuten. Für eine erste Einschätzung reicht es, die Postleitzahl und die Haushaltsgröße einzugeben und auf den Vergleichs-Button zu klicken. Über 200 Euro lassen sich so allein durch den gesunkenen Strompreis pro Kilowattstunde sparen. Wer zusätzlich ein Tarif mit Neukundenvorteilen wählt, kann insgesamt bis zu 360 Euro sparen. Allerdings ist bei solchen Tarifen der Strompreis ohne Rabatte und Boni nach einem Jahr in der Regel etwas höher. Deswegen macht es hier Sinn, sich rechtzeitig vor Ablauf der meist sechs Wochen betragenden Kündigungsfrist neu zu orientieren. Der Anbieterwechsel selbst ist nicht aufwendig, mit den Daten aus der letzten Abrechnung übernimmt der neue Anbieter die Kündigung und teilt mit, wann die nahtlose Umstellung erfolgt und der Zählerstand abgelesen werden muss.

Öko-Strom oder noch günstiger?

Noch etwas mehr können Haushalte mit Tarifen sparen, die eine feste Strommenge beinhalten. Solch ein Modell rechnet sich aber nur, wenn der Stromverbrauch möglichst genau abgeschätzt werden kann, denn sonst können Mehr- bzw. Minderaufschläge fällig werden. Manchmal noch preiswertere Verträge mit Vorkasse können unter dem Strich teuer werden, denn im Falle einer Insolvenz des Anbieters kann die Vorauszahlung weg sein. Gar nicht so kostspielig sind dagegen grüne Öko-Strom Angebote, die klimafreundlich sind und im besten Fall nachhaltige Energie liefern. Selbst Anbieter mit dem anerkannten Ok-Power-Label sparen im Vergleich zur Grundversorgung dem Münchner Haushalt immer noch fast 240 Euro im ersten Jahr an Nebenkosten. Allerdings lohnt es sich hier finanziell besonders, rechtzeitig vor einer automatischen Vertragsverlängerung nach günstigere Angeboten zu suchen.

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Florian Junker
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