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Erbschaftssteuer

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Erbschaftssteuer

Wenn überhaupt, ist sie meist nur einmal im Leben fällig: Die Erbschaftssteuer. Denn erstens erbt man nicht jeden Tag und zweitens nur selten ein so hohes Vermögen, dass Steuern anfallen. Die Rechtsgrundlage bildet das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuer Gesetz (ErbStG).
Dass der Staat beim Vererben mitkassiert, hat eine lange Tradition. Schon im Mittelalter musste ein sogenannter Totenzoll beim Landesherren abgeliefert werden. Zudem waren Stempelabgaben für Testamente und Erbschaftverträge weit verbreitet.
Heute fließt die Erbschaftssteuer in die Kassen der Bundesländer. Während der Anteil an den Länderhaushalten in den alten Bundesländern zwei bis drei Prozent beträgt, liegt er in den neuen Bundesländern bei weniger als einem Prozent.
 

Erbschaftssteuer Rechner

Im Biallo-Erbschaftssteuer-Rechner erhalten Sie einen schnellen Überblick über die zu erwartende Erbschaftssteuer. Am Anfang wählen Sie den Erben (z.B. Ehepartner, eingetragener Lebenspartner, Kind, etc.) aus. Danach folgt in Schritt 2 die prozentuale Aufteilung des Vermögens (z.B. 50 Prozent an den Ehepartner und jeweils 25 Prozent an die beiden Kinder). Hier werden auch bereits schon erfolgte Schenkungen berücksichtigt. Im nächsten Punkt wird das zu vererbende Vermögen erfasst. Dabei wird privates Vermögen ohne Immobilien (Geld, Wertpapiere, Schmuck, Hausrat und bewegliches Vermögen z.B. Kunstgegenstände) und Betriebsvermögen inklusive Immobilien berücksichtigt. Einfluss auf die Berechnung haben auch private Verbindlichkeiten des Erbenden (z.B. Schulden) und der Zugewinnausgleich des Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners.
Im folgenden Abschnitt werden die zu vererbenden privaten Immobilien aufgenommen, dabei spielt die Größe (unter oder über 200 Quadratmeter Wohnfläche) und die Nutzungsart (selbst genutzt oder vermietet) eine Rolle. Der letzte Schritt bietet Ihnen einen Ausblick auf die Berechnung der zu erwartenden Erbschaftssteuer.

Steuerklassen bei Erbschaft

Je nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser wird zwischen drei Steuerklassen unterschieden.
Zuordnung in Steuerklasse I: der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner, Kinder und Stiefkinder sowie die Abkömmlinge dieser Kinder und Stiefkinder, Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;
Zuordnung in Steuerklasse II: Eltern und Voreltern bei Schenkungen, Geschwister und Geschwisterkinder, Stiefeltern und Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten;
Zuordnung in Steuerklasse III: alle übrigen Erwerber.

Erbe: Wie hoch ist die Steuer?

Die Höhe der Erbschaftssteuer ist abhängig vom Verwandtschaftsverhältnis des Erben zum Erblasser (erfolgt durch Einteilung der Erben in Steuerklassen) und der Höhe der Erbschaft (Wert). Es muss also der Wert des Nachlasses festgestellt werden (Reinvermögen nach Abzug der Schulden); man sagt, der Nachlass wird bewertet. Anschließend müssen in der Regel noch die Freibeträge abgezogen werden. Danach kann man die Steuersätze ermitteln.
Die Höhe der Steuer ist von der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs und der Steuerklasse des Erwerbers abhängig. Die Erbschaftssteuer ist grundsätzlich vom Erwerber zu entrichten und wird nach folgenden Prozentsätzen erhoben:

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlich ... Euro Prozentsatz in Steuerklasse  
I II III
75.000 7 15 30
300.000 11 20 30
600.000 15 25 30
6.000.000 19 30 30
13.000.000 23 35 50
26.000.000 27 40 50
über 26.000.000 30 43 50

Freibeträge: Oft fällt gar keine Erbschaftssteuer an

Die letzte Erbschaftssteuerreform brachte für Erben deutliche Entlastung. Viele brauchen überhaupt keine Erbschaftssteuer zu zahlen, was vor allem an großzügigen Freibeträgen liegt. Die Freibeträge sind umso höher, je enger das Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser ist. So genießen Ehepartner und eingetragene Lebenspartnerschaften einen Erbfreibetrag von 500.000 Euro, Kinder inklusive Stief- und Adoptivkinder sowie Enkel, deren Eltern nicht mehr leben, profitieren von 400.000 Euro. Leben die Eltern noch, halbiert sich der Freibetrag auf 200.000 Euro. Geschwister, Neffen, Nichten, Schwiegerkinder, Schwiegereltern sowie Ex-Ehegatten genießen zwar nur einen Freibetrag von je 20.000 Euro, zahlen aber seit der Erbschaftssteuerreform 2010 weniger Steuern. Der Eingangssteuersatz ging von 30 auf 15 Prozent zurück, der Spitzensteuersatz sank von 50 auf 43 Prozent.
 

Grenzüberschreitende Erbfälle

Wohnen Erblasser im Ausland, kann dies zu Problemen führen, da oft unterschiedliches Recht konkurriert. Hier soll eine EU-Verordnung Abhilfe schaffen, die das Europäische Parlament im März 2012 verabschiedet hat. Sie legt fest, welche nationale Rechtsordnung bei grenzüberschreitenden Erbfällen anwendbar ist und regelt die Zuständigkeit von Gerichten und Behörden. „Allerdings kann die neue Rechtslage zu unliebsamen Überraschungen führen“, sagt Anton Steiner, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht in München. Beispiel: Ein in Frankreich lebender, deutscher Rentner verstirbt im Nachbarland. Ein deutsches Gericht würde hier auf die Staatsangehörigkeit des Erblassers abstellen und deutsches Erbrecht anwenden. Aus Sicht des Richters in Frankreich gilt hingegen französisches Recht, weil der Erblasser zuletzt dort lebte. Bestimmt nun die neue Verordnung, dass französisches Recht anzuwenden ist, und ist dieses nachteilig für die deutschen Erben, so stehen sie künftig schlechter. Dennoch sieht Steiner die EU-Verordnung positiv: „Die hohe Zahl von jährlich etwa 450.000 Erbschaften in der EU mit Auslandsbezug zeigt, dass es höchste Zeit wird für eine einheitliche europäische Regelung“, so Steiner.
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