Produktcheck Festgeld Atlantico Europa

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
12.08.2015
Auf einen Blick

Bei einjährigem Festgeld macht Atlantico Europa derzeit niemand etwas vor. Aber auch bei anderen Laufzeiten bieten die Portugiesen hohe Zinsen. Der Check:

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Merkmale

Lissabon ist nicht nur die Hauptstadt Portugals, sondern auch der Sitz von Atlantico Europa. Das Bankhaus bietet seit kurzer Zeit deutschen Kunden ein Festgeld-Konto an. Das 2009 gegründete Institut konzentriert sich neben dem klassischen Privat- und Geschäftskundengeschäft insbesondere auf die Felder Vermögensverwaltung und Investmentbanking. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 verwaltete das Bankhaus Einlagen in Höhe von 412 Millionen Euro. Anleger hierzulande, die hohe Zinsen Made in Portugal einfahren möchten, können dies über den deutschen Dienstleister Savedo tun. Die Anmeldung erfolgt entsprechend in einem zweistufigen Anmeldeverfahren und unter Beachtung der üblichen Sicherheitsstandards. Kundengelder sind dann bei Atlantico Europa angelegt. Das Geldhaus ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds der Portugiesischen Republik, womit Kundengelder bis 100.000 Euro pro Sparer gesichert sind. Das ist zugleich die maximal mögliche Einlagenhöhe, mindestens fordern die Portugiesen 5.000 Euro. Der zeitliche Rahmen sieht so: Die Mindestdauer für Festgeld-Anlagen beträgt ein halbes Jahr, der maximale Anlagerhorizont liegt bei drei Jahren. Eine automatische Wiederanlage gibt es nicht. Kontoeröffnungs- oder Kontoführungsgebühren fallen nicht an. Die Ausschüttung erfolgt am Laufzeitende unter Einbehaltung der Quellensteuer.

Stärken

Der Zins für kurze Laufzeiten von sechs und zwölf Monaten ist derzeit nicht zu überbieten. Mehr gibt es zum Betrachtungszeitpunkt nirgends. Aber auch bei den anderen beiden Laufzeiten von 24 bzw. 36 Monaten schneidet Atlantico Europa sehr gut ab. Fair ist auch, dass sich Festgelder nicht automatisch verlängern. Eine Neuanlage erfolgt ausschließlich auf explizitem Wunsch des Kunden. Einlagen sind über die portugiesische Einlagensicherung abgesichert. Bei mehrjährigem Festgeld werden die Zinsen in den Folgejahren mitverzinst (Zinseszinseffekt).

Schwächen

Einheimische Banken gewährleisten teilweise höhere Einlagensicherungen in Millionenhöhe. Da jedoch höchstens 100.000 Euro angelegt werden können, kommt dieser Nachteil nicht zum Tragen. Daneben könnten manche Sparer das zweistufige Anmeldeverfahren als umständlich empfinden. Negativer fällt dagegen dieser Aspekte auf: Die Quellensteuer nagt mit 28 Prozent relativ stark am tatsächlichen Ertrag. Diese Steuer lässt sich aber auf 15 Prozent reduzieren, wenn man eine Ansässigkeitserklärung abgibt, aus der hervorgeht, dass man seinen ständigen Wohnsitz in Deutschland hat.

Wettbewerber

Vergleichbar hohe Zinsen finden Sparer derzeit bei J&T Banka, AIB, Banca Sistema und First-Save vor. Die deutsche Konkurrenz reiht sich mit deutlichem Abstand dahinter ein.
 

Fazit: Eine Festgeld-Anlage bei Atlantico Europa ist sehr attraktiv für Anleger, die sich nur für wenige Monate binden möchten. Hier sind die Zinsen unschlagbar gut. Ob die Zinssätze weiterhin so hoch bleiben, wird die Zukunft zeigen.

Bewertung
Atlantico Europa - Festgeld
Zinsen (50 Prozent) Zinshöhe (50%) 5 Zinsstabilität Rückschau (25%) 4 Zinsstabilität Ausblick (25%) 5 4.8
Sicherheit (25 Prozent) Sicherheit (100%) 3 3.0
Nebenbedingungen (15 Prozent) Rahmenbedingungen (50%) 5 Mindest-/Höchstanlage (35%) 3 Aktionszeitraum (15%) 5 4.3
Service (10 Prozent) Kommunikationswege (30%) 4 Kontoeröffnung (70%) 2 2.6
Gesamtbewertung (Bestnote: 5 Sterne) 4.0
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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