Festgeld Zinsen aus dem Ausland nutzen

Festgeld Zinsen aus dem Ausland nutzen

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger Tatjana Viaplana
15.07.2016
Auf einen Blick

Zahlreiche europäische Banken bieten für Festgeld höhere Zinsen als deutsche Wettbewerber. Doch Vorsicht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

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Gleiche Regeln aber unterschiedliches Risiko

Jede Bank mit Sitz innerhalb der EU ist inzwischen verpflichtet, 100.000 Euro Spareinlagen pro Anleger zu garantieren. Diese Richtlinie zur europäischen Einlagensicherung wurde nach der Finanzkrise 2008 eingeführt. Generell bedeutet "Einlagensicherung", dass Sie im Fall einer Bankpleite Ihr angelegtes Geld bis zu einem festgelegten Wert von 100.000 Euro zu 100 Prozent zurückbekommen – staatlich garantiert. Die EU-Richtlinie legt für die Euro-Länder sowohl die Höhe der Einlagensicherung, als auch die Spielregeln wie Auszahlungszeitraum oder Sicherungssystem fest. Dennoch bleibt das jeweilige Land selbst der Garant für die Spareinlagen am heimischen Markt.

Konkret bedeutet dies, dass Ihr Festgeld, etwa bei der Deniz Bank vom österreichischen oder das bei der Crédit Agricole vom französischen Staat garantiert wird. Bei der Einschätzung des Risikos einer ausländischen Geldanlage spielt Ihr persönliches Vertrauen in das Finanzsystem des Nachbarstaates also eine berechtigte Rolle. Trotz allem wurde das Risiko durch die europaweite Regelung verringert. Zudem ist eine mögliche Strategie für ruhigen Schlaf, nur einen Teil des eigenen Vermögens im Ausland anzulegen.

Wie lege ich Festgeld im Ausland an?

Um Geld in einem bestimmten Land anzulegen, bedurfte es früher eines Bankkontos im Zielland und einer Meldeadresse. In Zeiten des grenzenlosen Verkehrs von Gütern und Menschen haben die Banken inzwischen jedoch auch Wege gefunden, um ausländisches Privatvermögen über nationalstaatliche Grenzen hinweg zu bewegen. Und das meist ohne Zusatzkosten.

Niederlassungen und Zweigstellen sind ein geschicktes Instrument, um Kundenvertrauen zu gewinnen und Präsenz vor Ort zu zeigen. Die Deniz Bank ist ein Teil der türkischen Deniz Bank Gruppe, die wiederrum zur russischen Sberbank gehört. Die in Deutschland vertretene Deniz Bank AG ist de facto jedoch eine österreichische Universalbank mit österreichischer Einlagensicherung und einer Zweigniederlassung in Frankfurt am Main.

Andere Banken wie die Bigbank aus Estland oder die Privatbank aus Lettland sind in Deutschland rein als Direktbanken vertreten. Das bedeutet: Sie haben hier keine Niederlassung und stehen den Kunden daher nur online zur Verfügung. Notwendig für eine Kontoeröffnung sind hier: ein Wohnsitz in Deutschland, ein Girokonto als Referenzkonto und ein Mobiltelefon, um am Mobile-Tan-Verfahren teilzunehmen. Das Anmeldeverfahren gleicht dann dem bei einer deutschen Direktbank. Sie identifizieren sich über das Postident-Verfahren und können Ihr Konto online verwalten. Bei Fragen steht meist ein telefonisches Servicecenter zur Verfügung.

Zinsplattformen für Festgeld im Ausland

Doch nicht nur die Banken sind findig, um Geld über Staatsgrenzen hinweg anzubieten. Einige Zinsportale bieten ihren Kunden die Möglichkeit, bei Banken im europäischen Ausland Geld anzulegen, selbst, wenn diese hier nicht vertreten sind. Fintech ist hier das Schlagwort: die Verbindung moderner Technologien mit Finanzdienstleistungen. Über eine Zinsplattform eröffnen Sie per Online-Verfahren ein deutsches Referenzkonto.

Bei Ihrem Geld gehen wir von biallo.de auf Nummer sicher

Wir listen keine Banken aus Ländern mit einer anfälligeren Volkswirtschaft in unseren Vergleichen. Dies haben wir mit unseren journalistischen Kollegen von www.welt.de, www.sueddeutsche-zeitung.de und den vielen anderen redaktionellen Partnern so abgestimmt.

Lese-Tipp:

Die Einlagensicherung von Banken ist zwar EU-weit gleich geregelt. Aber nicht alle Länder sind gleich stark. Hier lesen Sie, wie biallo.de die Bankensicherheit bewertet.

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Anbieter
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85,00
0,85%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit Januar 2016 ist er Volontär.

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