Gold kaufen nach dem Brexit?

Edelmetall und Öl Gold kaufen nach dem Brexit?

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
27.06.2016
Auf einen Blick

Wie es mit der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich weiter geht, ist ungewiss. Die Unsicherheit lässt Gold-Anleger jubeln.

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Seit einigen Tage ist klar: Das Vereinigte Königreich soll nicht mehr Mitglied der Europäischen Union sein, so wollten es die britischen Wähler. Auf ein solches Votum waren die Finanzmärkte nicht vorbereitet. Im Gegenteil: Noch in den Tagen vor dem Referendum stiegen die Aktienkurse in ganz Europa. Die Hoffnung dahinter: Die Bürger Großbritanniens und Nordirland würden für den EU-Verbleib stimmen. „Dieser Ausgang traf die Märkte völlig unvorbereitet“, bestätigt auch Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Besonders deutlich bekamen es die Briten selbst zu spüren. Notierte der Sterling/Dollar-Kurs am Abend der Abstimmung noch bei 1,50, mussten verwunderte Anleger beim Frühstücken einen Rückgang auf 1,32 verkraften. Nachdem Sie auf Biallo bereits über die Auswirkungen des Brexits für Sparer, Aktionäre und Kreditnehmer informiert wurden, nehmen wir uns nun die Krisenwährung Nummer eins, Gold, vor. Aber auch das schwarze Gold, nämlich Öl ist betroffen.

Gold als Brexit-Profiteur

Ein Gefahrenpotential für die Wirtschaft, politische Unsicherheit oder Inflationsängste. Es scheint fast schon ein Reflex zu sein, dass unter solchen Vorzeichen Gold an Wert gewinnt. Und so war es auch diesmal. So kletterte jüngst der Goldpreis auf ein Zwei-Jahres-Hoch. „Der Hauptgrund, weshalb Gold vom Ausgang des Referendums profitierte, ist die Risikoaversion der Anleger bezüglich anderer Assetklassen“, so Hansen weiter. Das heißt übersetzt: Anleger setzen vermehrt auf Sicherheit und sehen in Gold den bekannten „sicheren Hafen“. Hinzu käme die Annahme, dass sich eine Erhöhung der US-Leitzinsen aufgrund der Entscheidung weiter verzögern werde. Für eine weitere Aufwärtsbewegung des Goldpreises ist der Rohstoffexperte positiv gestimmt: „Diese eindrucksvollen Preisentwicklungen könnten zwar einige Investoren abschrecken. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es jedoch keine Anzeichen, dass eine größere Korrektur bevorsteht.“ Heinrich Peters, Analyst der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), mahnt jedoch vor allzu viel Euphorie beim Gold: „Verbraucher sollten Gold nicht als klassische Geldanlage sehen. Denn für das Edelmetall gibt es keine Erträge. Häufig fallen sogar noch Kosten an, etwa für Lagerung und Versicherung. Vielmehr können Privathaushaushalte Gold als langfristige Inflationsversicherung nutzen – eine Police für zumindest teilweisen realen Kapitalerhalt.“ Als Faustregel für Goldbesitz nennt er fünf bis zehn Prozent des Geldvermögens.

Öl unter Druck

Zwischenzeitlich hatten auch die Öl-Sorten Brent sowie WTI um mehr als sechs Prozent an Wert eingebüßt. Hier rechnen die Experten der Saxo Bank mit einer moderaten Erholung. Den Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl sehen die Analysten der Saxo Bank mittelfristig im Bereich von 45 und einem niedrigen 50 US-Dollar-Bereich (Stand 27.06.2016: knapp unter 47 Euro).

Kann ich überhaupt als Privatperson in Öl investieren?

Um in Öl Geld anzulegen, brauchen Sie nicht riesige Lager. Ein Wertpapierdepot bei einer Bank genügt. Hierfür gibt es börsengehandelte Wertpapiere, sogenannte Exchange-traded Commodities (ETC). So bildet etwa der ETFS Crude Oil (A0KRJX) die gängige US-Sorte WTI ab. Wer es lieber europäisch mag, setzt auf die Nordseemarke Brent. Hier gibt es beispielsweise den ETFS Brent 1mth (A0KRKM). Die Preise verhalten sich jedoch für beide Sorten sehr ähnlich.

Tipp: Gold sollten Sie als Versicherung für Ihr Vermögen, nicht aber als Geldanlage, sehen. Auch bei Investitionen in Öl gilt es vorsichtig zu sein. Zwar befindet sich Öl auf lange Sicht gesehen derzeit immer noch auf einem niedrigen Preisniveau, dennoch kann es zu erheblichen Kursschwankungen kommen. Ruhiger lässt es sich mit konservativen Sparformen schlafen, etwa mit Festgeld:

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
100,00
1,00%
2.
90,00
0,90%
3.
85,00
0,85%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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