Kombi-Sparangebote Neuer Trend flexibles Festgeld

Kombi-Sparangebote Neuer Trend flexibles Festgeld

Max Geißler
von Max Geißler
13.07.2015
Auf einen Blick

Viele Sparer wünschen Top-Zinsen bei größtmöglicher Beweglichkeit. Die Banken offerieren dazu eine Mixtur aus Tages- und Festgeld. Keine schlechte Idee.

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Bei der Auswahl der Anlageprodukte ist ein Trend hin zu kurzfristigen Geldanlagen festzustellen. Ursache hierfür ist die unklare Richtung der längerfristigen Zinsentwicklung. Kaum ein Sparer möchte sich in der unübersichtlichen Kapitalmarktsituation für lange Zeit binden. Andererseits wünschen sich Anleger stabile Guthabenzinsen, damit der Ertrag während der Laufzeit nicht ständig geringer wird, wie dies aktuell bei variabel verzinstem Tagesgeld der Fall ist. Festgeld schreibt hingegen den Zinssatz über die gesamte Laufzeit fest.

Mix aus Tages- und Festgeld

Die Geldhäuser nehmen den Wunsch nach Flexibilität und Zinssicherheit auf und entwickeln Sparprodukte, die hohe Festzinsen mit Beweglichkeit kombinieren. Ein Beispiel hierfür ist der Anlagezwitter: „VTB Duo“, der gleichnamigen VTB Bank. Das österreichische Geldhaus mit russischen Wurzeln bietet Anlegern einen Mix aus Festgeld- und Tagesgeldkonto: „80 Prozent des Anlagebetrags wird fest angelegt und die restlichen 20 Prozent bleiben jederzeit flexibel verfügbar“, erläutert Michael Kramer, Geschäftsführer der VTB Direktbank. Analog arbeitet auch das flexible Festgeld, fix & flex, der Volksbank Mittweida. Hier können Anleger ebenfalls über 20 Prozent des Geldes frei verfügen. 

Die Verzinsung beider Produkte weicht allerdings voneinander ab: Bei einer Laufzeit von 24 Monaten zahlt die VTB Bank 0,7 Prozent Zinsen, die Volksbank Mittweida hingegen nur 0,25 Prozent. Bei 36 Monaten steigen die Konditionen auf 0,9 Prozent bzw. 0,30 Prozent. Die Alternativanlage in die Einzelprodukte Tages- und Festgeld brächte bei beiden Banken hingegen einen deutlich geringeren Zinsertrag. Anleger müssen ihre Präferenzen also genau abwägen.

Auch die Deutsche Pfandbriefbank (pbb direkt) offeriert einen Mix aus Tages- und Festgeldkonto: Das sogenannte „Festgeld Plus“ erfordert eine Mindestanlage von 5.000 Euro und ermöglicht Laufzeiten zwischen ein und drei Jahren. Das Kapital fließt auf ein Festgeldkonto, Anleger können aber über 20 Prozent des Betrags frei verfügen. Bei einjähriger Anlagedauer zahlt pbb direkt derzeit 0,85 Prozent Zinsen, bei dreijähriger immerhin 1,35 Prozent. Gemeinschaftskonten und Konten für Minderjährige sind möglich.

Frei verfügbare Zinsen

Die IKB Deutsche Industriebank geht einen anderen Weg: Erstens sind bis zu 50 Prozent der Anlagesumme jederzeit abrufbar. Zweitens können Sie als Anleger wählen, ob Sie während der Laufzeit Ihres Festgelds die anfallenden Zinsen ausgezahlt haben möchten oder ob sie angesammelt werden sollen. Die Zinszahlungen erfolgen jährlich, die Überweisung erfolgt auf das angeschlossene Tagesgeldkonto. Dieses verzinst sich aktuell mit 0,3 Prozent. Die Laufzeiten des IKB Kombigelds reichen von einem bis zu zehn Jahren. Die Verzinsung steigt von 0,45 Prozent im ersten Jahr bis auf 1,3 Prozent im zehnten Jahr kontinuierlich an.

Hoher Tagesgeldzins gegen Depoteröffnung

Manche Banken binden hohe Tagesgeldzinsen an ein Girokonto oder Wertpapierdepot. Hierbei handelt es sich nicht um die Mischung zweier Anlageformen, sondern um deren Kopplung: Das eine Produkt gibt es nur in Verbindung mit dem anderen. Vorsicht: Oft handelt es sich im Lockangebote, die Gebühren verursachen können. Beispiel: Consorbank. Die Bank bietet die Kopplung von Tagesgeld und Depot. Bei vollständigem Depotwechsel erhalten Sparer ein Jahr lang 2,5 Prozent Zinsen auf das Tagesgeldkonto, aber bis höchstens 20.000 Euro. Aber Achtung: Wenn Sie zwar für 6.000 Euro Wertpapiere zu Consors übertragen aber Ihr Depot bei der bisherigen Bank nicht schließen, dann bekommen Sie nur 1,5 Prozent aufs Tagesgeld. Sind die übertragenen Wertpapiere weniger als 6.000 Euro Wert, zahlt Consors nur den geltenden Tagesgeldzinssatz, von derzeit 1,0 Prozent. Vorteil: Hohe Zinsgarantie für ein Jahr und maximale Flexibilität des angelegten Geldes. Es fallen weder Kosten für das Tagesgeld noch für das Depot an. Nachteil: Das Angebot gilt nur für Neukunden, die Zinsen sind nur für ein Jahr gesichert, der Höchstbetrag ist auf 20.000 Euro gedeckelt. Die Ausführung von Wertpapiertransaktionen verursacht Gebühren.

Biallo-Fazit: Die Kombiangebote sind für all jene Sparer interessant, die einerseits hohe Festzinsen wünschen, zugleich aber flexibel bleiben wollen. Wichtig ist, die angebotenen Zinsen stets mit den Alternativanlagen bei der jeweiligen Bank zu vergleichen.


 

3
 
Festgeld-Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
272,44
0,90%
 226,69
0,75%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 36 Monate
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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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