Sparbrief versus Festgeld Wo sind die Unterschiede? Finanzportal biallo.de

Sparbrief versus Festgeld Wo sind die Unterschiede?

Max Geißler
von Max Geißler
08.10.2016
Auf einen Blick

Auf den ersten Blick haben beide Geldanlagen viel gemein. Doch im Detail offenbaren Sparbriefe und Festgeld bedeutsame Unterschiede.

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Sparbrief und Festgeld - beide Sparprodukte zählen zu den festverzinsten Geldanlagen, besitzen einen unveränderlichen Zins und eine fixe Laufzeit. In der Regel sind Sparbriefe und Festgelder gebührenfrei. Wichtig: Das angelegte Kapital ist in beiden Fällen unkündbar. Sie müssen sich also darüber im Klaren sein, dass Sie vor Ablauf der Frist nicht an Ihr Geld herankommen.

Unterschied Laufzeit

Festgeld wird auch Termingeld genannt, das heißt die Laufzeit kann individuell vereinbart werden - eben bis zu dem Termin, an dem man das Geld braucht. Üblich sind standardisierte Laufzeiten von drei, sechs oder neun Monaten sowie jährliche Zeitintervalle. Länger als zehn Jahre nimmt aber kein Bankhaus Festgeld entgegen. Sparbriefe besitzen in der Regel jährliche Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren.

Unterschied Zinsgutschrift

Festgeld zahlt entweder jährlich Zinsen oder sammelt den Ertrag bis zum Laufzeitende an und schüttet ihn auf einen Schlag aus. Renault Bank direkt und die österreichische Autobank sammeln beispielsweise die Zinsen an, Klarna zahlt sie hingegen jährlich aus.

Sparbriefe ermöglichen zusätzlich ein drittes Zinsmodell: Neben jährlicher Zinsausschüttung gibt es den aufgezinsten oder abgezinsten Sparbrief. Aufgezinste Briefe sammeln die Zinsen bis zum Fälligkeitstag an und schütten dann das angelegte Kapital plus Zinseszinsen aus. Genau andersherum funktioniert der abgezinste Sparbrief: Der zu erwartende Zinsgewinn wird von vornherein vom Kaufpreis abgezogen, so dass der Erwerbspreis deutlich unter dem Nennwert liegt. Am Fälligkeitstag erhält man dann den vollen Nennwert (inklusive Zinsen) zurückgezahlt. Eine flexible Zinszahlung bieten zum Beispiel die Sparbriefe von ABC Bank und Credit Europe Bank an, die entweder monatlich, vierteljährlich, jährlich oder am Laufzeitende den Ertrag ausschütten. Die PSD Bank Nord bietet auch abgezinste Sparbriefe.

Unterschied Inhaberverhältnisse

Festgeld wird auf ein separates Bankkonto eingezahlt, damit handelt es sich um eine klassische Bankeinlage. Im Unterschied dazu handelt es sich beim Sparbrief um eine Namensschuldverschreibung, also um eine Forderung an die Bank. Damit ähnelt der Sparbrief einer Anleihe. Positiv: Beide Formen sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Allerdings sind nicht alle Sparbriefe Namensschuldverschreibungen. Vor allem Sparkassen und genossenschaftliche Banken emittieren auch Inhaberschuldverschreibungen. Diese Sparbriefe sind nicht Gegenstand der gesetzlichen Einlagensicherung. Die Kapitalgarantie erfolgt in diesem Fall durch die Einlagensicherungsfonds der Sparkassen bzw. VR-Banken. Allerdings sollten Sie aufpassen, dass Sie keine Inhaberschuldverschreibung mit sogenannter „Nachrangabrede“ erwerben. Bei einer Bankpleite werden in diesem Fall erst alle anderen Gläubiger bedient, bevor der Sparbriefbesitzer entschädigt wird.

Unterschied Kündigungsmodalitäten

Während Festgeld vor dem Laufzeitende durch den Anleger gekündigt werden muss, weil es ansonsten zu den dann gültigen Konditionen automatisch erneut angelegt wird, laufen Sparbriefe ohne Wiederanlage aus. Für Anleger heißt das: Bei Festgeld sollten Sie am besten von Anfang an entscheiden, was mit dem Geld am Ablaufende geschehen soll.

Übrigens: Ob Festgeld oder Sparbrief, es ist höchste Zeit für mehr Rendite.

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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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