
Altersvorsorge: Die Qualität der Beratung durch Banken ist besser geworden
Die Beratung von Bankkunden im Hinblick auf ihre private Rentenvorsorge ist zwar besser geworden, bei der Bedarfsanalyse und der Dokumentation des Gesprächs mangelt es aber immer noch.
Die Bereitschaft der Deutschen für das Alter vorzusorgen wächst, so eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Demnach sind 25 Prozent der Befragten bereit, in den kommenden zwölf Monaten ihre Versorgungslücke zu schließen. Um eine optimale Privatvorsorge zu erreichen, kann ein Beratungsgespräch bei einem Geldinstitut sinnvoll sein. Doch bei welchem Geldhaus finden Ratsuchende die beste Beratung in sachen Altersvorsorge?
In 150 Gesprächen Beratung zum Thema Altersvorsorge analysiert
Das Deutsche Institut für Service-Qualität (Disq) untersuchte jetzt insgesamt 15 Banken nach ihrer Beratungsqualität und den angefertigten Beratungsunterlagen. Dabei wurden neben den sechs größten überregional tätigen Filialbanken die jeweils drei größten Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparda-Banken in den Metropolen Berlin, Hamburg und München unter die Lupe genommen. Als Grundlage der Erhebung dienten insgesamt 150 persönliche Vorsorgespräche, zudem wurden 150 Beratungsunterlagen analysiert.
Gesamtsieger der Studie wurde die SEB Bank, deren Privatkundengeschäft von der spanischen Santander Consumer Bank übernommen wird. Die SEB überzeugte mit der besten Bedarfsanalyse im Test und lieferte überragende Beratungsunterlagen. Auf den zweiten Platz schaffte es die Hypovereinsbank, die die besten Beratungsgespräche aller Banken anbot. Die Berliner Volksbank schaffte es mit einer ausgewogenen Gesamtleistung auf den dritten Platz und ist somit das beste Regionalinstitut.
Dürftige Beratungsprotokolle
Auch wenn die Qualität der Vorsorgeberatung im Durchschnitt gut war, so waren Bedarfsanalyse und Beratungsdokumentation unzureichend. Nur gut jedes fünfte Angebot enthielt eine ausführliche Dokumentation. „Dies ist aus Sicht des Kunden nicht akzeptabel“, sagt Markus Hamer, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Disq. „Die ungenügende Dokumentation überrascht besonders, da seit Anfang des Jahres ein Beratungsprotokoll bei der Anlageberatung Pflicht ist“, so Hamer. Nur jeder vierte Vorschlag zur Altersvorsorge wurde als individuell gestaltete Beratungsmappe überreicht, zu häufig erhielten Testkunden lediglich lose Blattsammlungen.