Beispiel Bankprodukte: Die Konditionen sind für Verbraucher immer noch das überzeugendste Argument, um sich
für die Angebote einer Bank zu entscheiden. Das ergab eine
Umfrage unter Biallo-Lesern. Dennoch stellen Bankkunden hohe moralische Ansprüche an Banken und Sparkassen. 71 Prozent der Bundesbürger erwarten, dass ihr Kreditinstitut gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, etwa durch die Förderung von sozialen oder ökologischen Projekten oder auch durch das Angebot nachhaltiger Anlageprodukte, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Beratungsinstituts Yougov-Psychonomics.
Zwar sind Banken mit ethischer und sozial-ökologischer Ausrichtung noch immer Nischen-Anbieter mit knapp über 200.000 Kunden bundesweit, Experten sehen sie jedoch stark im Kommen. So haben laut Bankberatungsgesellschaft ZEB die bekanntesten Institute in Deutschland, also GLS Bank, Umweltbank und Ethikbank 2009 – entgegen dem allgemeinen Markttrend – Wachstumsraten zwischen 28 und 33 Prozent vorgelegt. Ein positives Bild ergibt sich übrigens auch bei "ethischen"
Versicherungen: Ein kleiner Markt mit großen Wachstumsraten.
Strom ist häufig grün
Erheblich verbreiteter ist dagegen der
nachhaltige Strombezug: Über 1.700 Ökostromtarife werden mittlerweile angeboten. Und in diesem Bereich können Verbraucher sogar kräftig sparen. Denn so manches Ökostrom-Angebot nimmt es locker mit teuren Grundversorger-Tarifen oder Atomstromangeboten auf.
Egal ob mit „grünem Anstrich“ oder ohne, egal um was für ein Produkt es sich handelt: Wir Verbraucher sollten uns immer mal wieder die andere Seite ansehen, also auch die des Anbieters. Wie kommt ein besonders günstiges Angebot zustande? Ist ein besonders billiger
Ökostromtarif möglicherweise gar nicht zertifiziert? Kommt der Sparheimer-Preis also dadurch zustande, dass dort, wo "Ökostrom" draufsteht, tatsächlich nur teilweise Ökostrom drin ist? Anderes Beispiel: Der günstige
All-inclusive-Urlaub mag verlockend klingen, aber geht oft zu Lasten der einheimischen Bevölkerung. Lohn-Dumping und Umweltzerstörung sind häufige Folge von Massen-Billigheimer-Ferien. Ein hoher Zins bei einer Geldanlage kann sich aus dem sparsamen Vertrieb einer Direktbank erklären, aber auch aus Investments, die man bei genauem Hinsehen eigentlich doch nicht mit seinem Geld unterstützen möchte.
Sich selbst schützen
Bei Bankprodukten bleibt man mit einem solch kritischen Bewusstsein übrigens auch vor unerwarteten Verlusten gefeit. Es ist zwar nicht erst seit der Finanzkrise eine Binsenweisheit, dass hohe Renditen in der Regel mit höheren Risiken einhergehen. Verinnerlicht hat das aber noch längst nicht jeder. Die Zahl riskanter Zertifikate ist seit Start der Krise sogar wieder gestiegen.
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