Seit 1. September 2008 ist die Anschaffung eines Mini-Blockheizkraftwerks für daheim wirtschaftlich deutlich interessanter. Wer selbst Strom und Heizwärme produzieren will, kann ab sofort mit kräftigen Zuschüssen vom Staat rechnen. Ein neues Förderprogramm soll die Verbreitung der klimaschonenden kleinen Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen vorantreiben.
Die Nachfrage steckt bislang noch in den Kinderschuhen. Ein Mini-Kraftwerk ist deutlich teurer als eine herkömmliche Heizung. Ab 2009 wird es noch einen Extra-Bonus für den Stromverbrauch geben.
Förderfähig sind Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von maximal 50 Kilowatt. Sie müssen wärmegeführt sein, das heißt, der Wärmebedarf steuert die Betriebsweise. Das Kraftwerk muss fabrikneu und serienmäßig hergestellt sein, einen integrierten Stromzähler haben und über einen vom Hersteller angebotenen Wartungsvertrag betreut werden können. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat auf ihrer Internetseite
www.bafa.de eine Liste eingestellt, welche Anlagentypen wie bezuschusst werden.
Höhe des Zuschusses
Das Fördergeld ist abhängig von der elektrischen Leistung der Anlage und der Anzahl der Betriebsstunden. Den Maximalbetrag kann man erhalten, wenn die thermische Leistung mindestens 5.000 Stunden erreicht. Beispiel: Für ein Mini-Kraftwerk mit 5,5 Kilowatt elektrischer und 12,5 Kilowatt thermischer Leistung – das reicht in der Regel für den Betrieb in einem Mehrfamilienhaus bis zwölf Parteien – erhalten die Betreiber bei einer Jahreslaufzeit von 5.000 Stunden einen Zuschuss von bis zu 7.363 Euro. Läuft die Anlage nur 2.500 Stunden im Jahr, gibt es bis 3.681 Euro dazu, so die Berechnungen des Verbraucherschutzvereins „Wohnen im Eigentum“. Das Antragsformular für den staatlichen Zuschuss gibt es unter www.bafa.de. Wichtig: Zuerst beantragen, dann die Handwerker beauftragen.
Bonus seit 2009
Extra profitieren können private Kraftwerks-Betreiber von einer gesetzlich festgelegten Erstattung der Mineralölsteuer sowie von einem Bonus von 5,11 Cent für jede Kilowattstunde ins Netz eingespeisten Stroms. Seit 2009 gibt es noch einen Bonus für selbst verbrauchten Strom obendrauf, so der Verein. Insgesamt könnten so im Lauf von zehn Jahren bei der Beispielanlage mit einer Jahreslaufleistung von 5.000 Stunden bis zu 27.000 Euro Zuschuss zusammenkommen – das ist mehr als ein Blockheizkraftwerk mit dieser Leistungsfähigkeit derzeit mit etwa 20.000 Euro kostet.