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31.05.2012 11:48

Energiewende

Genossenschaft ist Erfolgsmodell

von Matthias Kutzscher
Private Verbraucher treiben die Energiewende voran: Vor allem die gemeinschaftliche Stromerzeugung aus Wind und Sonne boomt. Seit 2001 hat sich die Zahl der Energiegenossenschaften hierzulande auf rund 600 verzehnfacht.
Energiewende Genossenschaft ist Erfolgsmodell Verbruacherportal Biallo.de
Rund 600 Energiegenossenschaften haben sich in Deutschland etabliert
Noch wird mit klassischen Energieträgern der meiste Strom in Deutschland produziert: Ende 2011 trug die heimische Braunkohle rund 25 Prozent, Atommeiler etwa 18 Prozent, Steinkohle und Gas gut 19 beziehungsweise 14 Prozent zur Stromerzeugung bei. Und etwa 21 Prozent lieferten Wind, Wasser oder Sonne. 2010 lag der Ökostrom-Anteil noch bei 16,4 Prozent. Der enorme Anstieg beim Strommix der Erneuerbaren Energien ist jedoch nicht auf die Bemühungen der großen Versorger zurückzuführen, sondern vor allem ein Erfolg von Privatpersonen und Bauern, die ein neues ökonomischen Standbein als Windmüller oder Solarwirte gefunden haben. Das zeigt eine aktuelle Studie des Klaus Novy Instituts im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMU), die Ende Mai 2012 präsentiert wurde.

Neue Chancen für Genossenschaften

So wurde in der Studie die Struktur der Erneuerbaren Energien nach Eigentümergruppen untersucht und festgestellt: Von der Ende 2010 gesamten hierzulande installierten Erzeugungsleistung von 53 Gigawatt der Erneuerbaren Energien betrieben Privatpersonen fast 40 Prozent, Landwirte weitere elf Prozent. Dagegen lieferten die sogenannten großen vier Versorger der Branche, also Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, lediglich 6,5 Prozent. Der Rest kann Projektierern, Fonds und Banken, Gewerbetreibenden oder auch nationalen sowie internationalen Energieversorgern zugerechnet werden. Aufgrund dieser Marktaufteilung folgern die Studienautoren, dass „sich Chancen vor allem für genossenschaftliche Strukturen ergeben“.
Perspektiven für ländliche Regionen

Bereits heute haben sich laut Studie etwa 600 sogenannte Energiegenossenschaften in Deutschland etabliert. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre habe sich deren Anzahl damit verzehnfacht, heißt es. Vor allem in ländlichen Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen finden sich Energiegenossenschaften, aber auch in Städten wie Hamburg oder Berlin. Die Vorteile von Energiegenossenschaften, bei denen die Beteiligung über die Zeichnung von Geschäftsanteilen zwischen 50 und 5.000 Euro abläuft, sehen die Studienautoren auf zwei Ebenen: So würden sich Bürgerinnen und Bürger direkt für ein konkretes Projekt vor Ort engagieren und damit zu einer deutlichen Steigerung der Akzeptanz neuer Windkraft-, Solar- oder Biomasseanlagen beitragen. Zudem ergeben sich durch Energiegenossenschaften interessante Beteiligungsmodelle. Das heißt, dass vor allem in schwächer entwickelten ländlichen Regionen Einwohner neue Gelegenheiten zur Einkommensgestaltung erhalten.
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Leserkommentare
01.06.2012 09:08 Uhr - von Ludwig Machenke
Hier wurde wieder eine manipulierende Studie in Auftrag gegeben.Weil die grossen EVUs sich wegen fehlender irtschaftlicher Perspektive und größten Widerständen in der Bevölkerung nur noch selten für Investitionen erwärmen, soll die Bürger "mitgenommen" werden. Das wirtschaftliche Thema und die Haftung wird völlig unter den Tisch gekehrt. Das spielt ja auch weniger die Rolle, da breiter gestreute Anlageverluste nur die Betroffenen interessiert, nicht aber die Politiker und die profitierenden Hersteller, Projektoren, Vertreiber und Servicierer dieser Windanlagen. Derzeit haben bereits 30 Windkraftproduzenten Pleite gemacht. Bei Genossenschaften gibt es mit Ausnahme eines Falles (vor einigen Jahren gegründet, jetzt pleitierend)noch keinerlei Erfahrungswerte. So wertvoll das genossenschaftliche Bankensystem ist, so schwach sind solche Betriebsgenossenschaften. Der komplette Kapitalverlust ist möglich, es gibt keinerlei Prospekthaftung, Aorderungen an den Prospekt sind bei solchen Unternehmen nicht vorgeschrieben.
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