Noch wird mit klassischen Energieträgern der meiste Strom in Deutschland produziert: Ende 2011 trug die heimische Braunkohle rund 25 Prozent, Atommeiler etwa 18 Prozent, Steinkohle und Gas gut 19 beziehungsweise 14 Prozent zur Stromerzeugung bei. Und etwa 21 Prozent lieferten Wind, Wasser oder Sonne. 2010 lag der
Ökostrom-Anteil noch bei 16,4 Prozent. Der enorme Anstieg beim Strommix der Erneuerbaren Energien ist jedoch nicht auf die Bemühungen der großen Versorger zurückzuführen, sondern vor allem ein Erfolg von Privatpersonen und Bauern, die ein neues ökonomischen Standbein als Windmüller oder Solarwirte gefunden haben. Das zeigt eine aktuelle Studie des Klaus Novy Instituts im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMU), die Ende Mai 2012 präsentiert wurde.
Neue Chancen für Genossenschaften
So wurde in der Studie die Struktur der Erneuerbaren Energien nach Eigentümergruppen untersucht und festgestellt: Von der Ende 2010 gesamten hierzulande installierten Erzeugungsleistung von 53 Gigawatt der Erneuerbaren Energien betrieben Privatpersonen fast 40 Prozent, Landwirte weitere elf Prozent. Dagegen lieferten die sogenannten großen vier Versorger der Branche, also Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, lediglich 6,5 Prozent. Der Rest kann Projektierern, Fonds und Banken, Gewerbetreibenden oder auch nationalen sowie internationalen Energieversorgern zugerechnet werden. Aufgrund dieser Marktaufteilung folgern die Studienautoren, dass „sich Chancen vor allem für genossenschaftliche Strukturen ergeben“.