Beschaffungsstrategie entscheidet
Von diesem Trend können sich deutsche Lieferanten derzeit nur bedingt lösen. Anders formuliert: „Die individuelle Beschaffungsstrategie der Unternehmen entscheidet über steigende Kosten für Kunden“, erklärt Energieexperte Reese. Probleme haben derzeit Versorger, die nicht kurzfristig günstige Mengen Erdgas über Börsen kaufen können, sondern an langfristige Lieferkontrakte gebunden sind – wie die Essener Eon Ruhrgas. Deutschlands größtes Gasunternehmen leidet unter Altverträgen mit dem russischen Energiemonopolisten Gazprom. Und die listen offenbar Einkaufspreise, die im Verhältnis zum Verkaufspreis nur geringe oder gar keine Gewinne bringen.
Dennoch verwundert der massive Preisauftrieb der Versorger zu Beginn der Heizperiode. Denn eigentlich ist der EU-Markt mit großen Mengen an verflüssigtem Gas (Liquefied Natural Gas) geflutet, das für den amerikanischen Markt vorgesehen war und nun in Europa angeboten wird. Tatsächlich drückte ein Erdgas-Überangebot monatelang die Börsenkurse. Erst seit August 2011 steigen die Preise für tagesaktuelle Gas-Lieferungen an der Leipziger Energiebörse EEX moderat wieder an. Auch die Terminkontrakte für 2012, die Bezugskosten für Erdgasmengen im kommenden Jahr abbilden, sind seit Monaten stabil. Dennoch erwartet Peter Reese, dass weitere Versorger ihre Preise steigern. „Bislang verlangen erst ein Drittel der Unternehmen mehr. Da ist noch Potential für weitere Aufschläge“, glaubt der Energieexperte. Für Verbraucher kann der Trend nur eines bedeuten: Die Gas-Lieferverträge müssen unbedingt geprüft und die Konditionen verglichen werden. Das ist zum Beispiel über den
biallo-Vergleichsrechner möglich. Mit wenigen Mausklicks zeigt der Rechner die günstigsten Tarife vor Ort an.