Laufzeit des Vertrags beachten
Dass man auch bei den Großen der Branche wieder mit anziehenden Gaspreisen kalkuliert, verdeutlicht ein Kommentar von Klaus Schultebraucks: „Wir denken derzeit über neue Festpreisangebote nach“, sagte der Sprecher der RWE Vertrieb AG gegenüber biallo.de. Dahinter vergibt sich ein klares Kalkül. Gehen die Preise wieder in die Höhe, will der Versorgungsriese wechselwilligen Kunden verschiedene, flexible Angebote unterbreiten können. Dabei hat sich gerade der Essener Konzern mit seinem Garantieprodukt „Optimo fix 2011“ ab Herbst 2008 massive Kritik eingehandelt. Zum einen lagen die Konditionen für die dreijährige Laufzeit damals selbst über der sonst eher teureren Grundsversorgung des Unternehmens. Zum anderen fehlte laut der Verbraucherzentrale NRW im Vertrag eine wirksame Widerrufsbelehrung.
Für Verbraucher, die derzeit über einen Tarif- oder Versorgerwechsel nachdenken, lehrt das Beispiel drei entscheidende Dinge:
Erstens: Ein Gasliefervertrag sollte immer vergleichsweise günstig sein – und zwar unabhängig von der Laufzeit. Die besten Kurse lassen sich im Übrigen mit dem
Gas-Rechner von biallo.de ermitteln.
Zweitens: Empfehlenswert sind Preisgarantien von zwölf bis maximal 18 Monaten. Eine längere Bindung ist angesichts der höchst volatilen Brennstoffmärkte kaum sinnvoll.
Drittens: Die Kündigungsfristen sollte man sich genau anschauen. Werden diese Regel beachtet, dürfte sich der derzeit günstige Tarif mit Preisgarantie durchaus bezahlt machen.