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30.07.2010 12:53 Uhr
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Erdgas

Lohnt derzeit Gas mit Preisgarantie?

Von Matthias Kutzscher
Erdgas Lohnt derzeit Gas mit Preisgarantie?
Der Gaspreis könnte steigen - Grund genug sich länger zu binden?
Etwa 20 Prozent müssen Verbraucher momentan für Erdgas weniger überweisen als noch Anfang 2009. Wirtschaftskrise, fallende Ölpreise sowie neue Discountanbieter haben den Markt unter Druck gesetzt. Für die nächste Heizperiode erwarten Experten wieder anziehende Preise und empfehlen daher, jetzt günstige Tarife mit möglichst langer Preisbindung abzuschließen.
Über Preisgarantien bei Erdgaslieferungen lässt sich trefflich debattieren: Wird der Brennstoff während der Vertragslaufzeit günstiger, verliert man. Wird er teurer, sind Verbraucher auf der sicheren Seite – also geschützt vor Erhöhungen. Beim Abschluss eines Festpreis-Vertrags – immerhin heizen und kochen hierzulande rund 20 Millionen Haushalte mit Gas – ist also immer eine Portion Spekulation dabei.

Konkret: Wer 2009 eine Preisbindung bei seinem Versorger gebucht hatte, büßte Bares ein; im Jahresverlauf sackten die Preise um mehr als 20 Prozent. Und auch 2010 konnte man mit einer Festlegung nicht gewinnen: Seit Januar sind die Erdgaskosten für Endverbraucher laut dem Verbraucherportal Verivox stabil.
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26 Versorger haben steigende Gaspreise angekündigt

Doch der Wind dreht sich offenbar: „Für die zweite Hälfte des Jahres 2010 sind Gaspreiserhöhungen aufgrund gestiegener Rohöl- und Heizölpreise zu erwarten“, meint Peter Reese. „Daher sollten sich Verbraucher bereits vor dem Beginn der Heizperiode im Oktober für einen günstigen Gastarif mit möglichst langer Preisgarantie entscheiden“, sagt der Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Tatsächlich zeichnet sich die nächste Preisrunde bei Deutschlands Gasversorgern bereits ab. Laut Verivox haben für August und September bereits 26 Unternehmen Zuschläge angekündigt. Deutlich schlägt etwa die Gasversorgung Delitzsch GmbH zu: Ihr lokale Angebot für Haushaltskunden bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) und einer Heizleistung von 13 Kilowatt verteuert sich im September um zehn Prozent von 1.244 auf 1.372 Euro. Noch happiger gehen die Stadtwerke Schwabach vor. Ihr Tarif Erdgas Optima steigt um fast 16 Prozent auf 1.393 Euro (20.000 kWh). Und dabei wird es wohl nicht bleiben. Mitte August dürften einige Dutzende weitere Versorger Preissteigerungen ankündigen. Das bedeutet: Wer sich jetzt einen möglichst günstigen Tarif mit Preisgarantie sichert, solle sicher fahren.
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Laufzeit des Vertrags beachten

Dass man auch bei den Großen der Branche wieder mit anziehenden Gaspreisen kalkuliert, verdeutlicht ein Kommentar von Klaus Schultebraucks: „Wir denken derzeit über neue Festpreisangebote nach“, sagte der Sprecher der RWE Vertrieb AG gegenüber biallo.de. Dahinter vergibt sich ein klares Kalkül. Gehen die Preise wieder in die Höhe, will der Versorgungsriese wechselwilligen Kunden verschiedene, flexible Angebote unterbreiten können. Dabei hat sich gerade der Essener Konzern mit seinem Garantieprodukt „Optimo fix 2011“ ab Herbst 2008 massive Kritik eingehandelt. Zum einen lagen die Konditionen für die dreijährige Laufzeit damals selbst über der sonst eher teureren Grundsversorgung des Unternehmens. Zum anderen fehlte laut der Verbraucherzentrale NRW im Vertrag eine wirksame Widerrufsbelehrung.

Für Verbraucher, die derzeit über einen Tarif- oder Versorgerwechsel nachdenken, lehrt das Beispiel drei entscheidende Dinge:


Erstens: Ein Gasliefervertrag sollte immer vergleichsweise günstig sein – und zwar unabhängig von der Laufzeit. Die besten Kurse lassen sich im Übrigen mit dem Gas-Rechner von biallo.de ermitteln.

Zweitens: Empfehlenswert sind Preisgarantien von zwölf bis maximal 18 Monaten. Eine längere Bindung ist angesichts der höchst volatilen Brennstoffmärkte kaum sinnvoll.

Drittens: Die Kündigungsfristen sollte man sich genau anschauen. Werden diese Regel beachtet, dürfte sich der derzeit günstige Tarif mit Preisgarantie durchaus bezahlt machen.

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