
Durch einen Wechsel des Gasversorgers könne viele Verbraucher kräftig sparen.
Der Wettbewerb um Erdgaskunden hat in Deutschland deutlich zugelegt. Haushalte und Betriebe können heute je nach Region zwischen drei und 20 Versorgern wählen. Mit immer neuen Tarifen und Angeboten rangeln die Versorger um Abnehmer. Doch wie kundenfreundlich sind Lieferverträge und Service wirklich?
Mehr als 760 Gasversorger sind im deutschen Markt aktiv. Sie verkaufen ein Gut, das bei jedem identisch ist: technisch normiertes Erdgas. Ohne Produktunterschiede müssen Privatleute und Gewerbetreibende bei Anbietern andere Auswahlkriterien anlegen. Neben dem Preis sind Vertragsgestaltung und Service entscheidend. Genau diese Punkte hat das Verbraucherportal Verivox in einer bislang einzigartigen Studie untersucht. Ergebnis: Bei der Kundenorientierung gibt es „noch viel Potential“.
Licht im Tarifdschungel
Angesichts der Vielzahl der Anbieter und Tarife hat Verivox für die Studie, die im August 2009 veröffentlich wurde, nur die 100 wichtigsten Versorger geprüft. Bewertet wurden Vertragsgestaltung (AGB) sowie die Serviceleistungen von über 1.000 Gastarifen. Beim AGB-Rating testen die Prüfer Faktoren wie Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantien und Zahlungsmodalitäten. Bei der Servicequalität kamen die Kosten der Telefonhotline, die Qualität der telefonischen Beratung oder auch die Qualität der Internetdienste in die Bewertung. Die Ergebnisse wurden als Testsiegel mit Gasflammen (eins bis fünf) gekennzeichnet, die Verbrauchern künftig Licht im Tarifdschungel spenden.
Wenige Tarife sind spitze
Besonders gute Nachrichten hat die Studie aber nicht parat: Von den mehr als 1.000 Tarifen erhielten gerade 13 beim AGB-Rating die Note sehr gut – also fünf Gasflammen. Dazu zählen die Angebote „Berlin wakker Gas Privat“, „SVB_bestGas Basis“ der Siegener Versorgungsbetriebe oder auch „Erdgas Direkt“ von Mainova. Das Gros der Anbieter landete mit der Note drei bis vier im Mittelfeld des Vertragsrankings. Besonders schlecht schnitten die Tarife „Erdgas Vario“ von E.ON Mitte, „Visavi Aktiv 3“ der Pfalzgas GmbH sowie „2Plus“ der Spree-Gas Gesellschaft mit gerade zwei Flammen ab.
Service lässt zu wünschen übrig
Beim Service sicherten sich immerhin 21 Angebote die Note sehr gut. Dazu gehören laut Verivox Tarife der Versorger Entega, N-Ergie, Gasag, Yello sowie Stadtwerke Düsseldorf. Wenig zufrieden mit dem Kundenservice waren die Tester bei den Angeboten „eprimoGasFlex“ der RWE-Tochter emprimo, bei „MaxTarifGas“ des Unternehmens MaxEnergy sowie bei verschiedenen Tarifen von „klickgas“. Da reichte es gerade für zwei Gasflammen.
Für Verbraucher besonders interessant: Sie können anhand der Studienergebnisse künftig nicht nur den eigenen Versorger auf den Prüfstand stellen, sondern erhalten auch - unabhängig vom Preis - Tipps für den idealen Gastarif. Nach Ansicht der Studienautoren gehören dazu
- kurze Erstvertragslaufzeit mit automatischer Verlängerung
- monatliche Kündigungsfrist
- möglichst lange Preisgarantie in Verbindung mit kurzer Kündigungsfrist
- monatliche Abschläge wahlweise per Überweisung oder Lastschrift
- kompetente Telefon-Beratung zum Ortstarif
- Online-Service mit detailliertem Zugriff auf Vertrags-, Rechnungs- und Verbrauchsinformationen
Natürlich wirken sich diese „Idealbedingungen“ laut Verivox auf den Lieferpreis aus, denn guter Kundenservice verursache Kosten, heißt es. Verbraucher sollten also sehr genau prüfen, welche Angebote überhaupt zur Verfügung stehen und abwägen, was sie von ihrem Gasversorger erwarten. Wer über einen Wechsel nachdenkt und wissen will, welche Angebote möglich sind, sollte den
Biallo-Gasrechner nutzen. Einfach Postleitzahl und Verbrauchsdaten eingeben, schon zeigt der Rechner die derzeitigen Top-Tarife.