Weil die staatliche Förderung weiter gesenkt wird, wollen viele Hausbesitzer noch kurzfristig Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern installieren lassen. Die gestiegene Nachfrage lockt auch Kriminelle.
Nach Angaben verschiedener Landeskriminalämter nimmt die Zahl der Diebstähle von Photovoltaikanlagen seit Monaten stark zu. Vor allem Solarstromanlagen auf Freiflächen oder abgelegenen landwirtschaftlichen Gebäuden wie Scheunen locken Diebe an, die dort weitgehend unbeobachtet und ungestört zu Werke gehen können. Zumeist gehen die Diebe nach Einschätzung des LKA Nordrhein-Westfalen mit mehreren Personen vor, die geklauten Anlagen werden in der Regel über das Internet zu günstigen Preisen weiterverkauft.
Um den Verkauf zu verhindern oder zu erschweren, hat der Solarenergie-Förderverein Deutschland im Internet unter
www.sfv.de ein „Register für gestohlene Solarmodule“ eingerichtet, in das betroffene Hausbesitzer gestohlene Anlagen kostenlos eintragen können. Ein Blick in das Register empfiehlt sich insbesondere für Eigenheimer, wenn die Bauteile nicht mehr originalverpackt zur Installation angeliefert werden.
Wohngebäudeversicherung schützt in der Regel nicht
Versicherungsexperten und Verbraucherschützer raten darüber hinaus zum Abschluss einer speziellen Photovoltaik-Versicherung, da in der Wohngebäudeversicherung der Schutz vor Diebstahl der Anlage in der Regel nicht eingeschlossen ist. Photovoltaik-Versicherungen hingegen beinhalten eine allseits umfassende Gefahrenabdeckung für entsprechende Solarstromanlagen.
Zwar sind entsprechende Versicherungen bereits für Jahresbeiträge von rund 50 Euro zu bekommen, doch Gerd Rosanowska, auf Photovoltaik-Versicherungen spezialisierter Versicherungsmakler, rät, sich bei der Auswahl der Versicherung „nicht vorrangig am Beitrag zu orientieren“. Rosanowska empfiehlt, schon bei der Antragstellung auf die eindeutige und klare Festlegung der Versicherungsbedingungen inklusive technischer Details zu achten.
Doch damit nicht genug. Wer Strom einspeist, muss weiteres beachten: "Stromverkaufende Photovoltaik-Anlagenbesitzer brauchen eine Betreiberhaftpflichtversicherung. Die Privathaftpflichtversicherung oder die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung reicht dazu meist nicht aus“, so Lilo Blunck, Vorstand des Bundes der Versicherten.