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Heizkosten

Preise explodieren - wechseln lohnt sich

25.02.2010 16:47
Von Matthias Kutzscher
Energie energiekosten Heizkosten Strom Öl Gas Finanzportal Biallo.de
Der Winter zeigte sich in den letzten drei Monaten extrem frostig. Laut Deutschem Wetterdienst lagen die Temperaturen mit minus 1,5 bis drei Grad weit über dem statistischen Monatsmittel. So schön der Dauerfrost für Ski- und Rodelfans auch war – die klirrende Kälte hat die Heizkosten deutlich anziehen lassen.
Der Schreck dürfte bei der nächsten Heizkostenabrechnung kommen: Weil der Winter seit Monaten andauert, haben viele Versorger ihre Konditionen verändert. Aktuellen Informationen des Energieportals Verivox zufolge erhöhten alleine im Januar und Februar 97 Gas- und 217 Stromversorger ihre Preise. Besonders kräftig kurbelten die Stadtwerke Lüdenscheid (plus 12,2 Prozent) beim Grundtarif an der Preisschraube, aber auch die AggerEnergie GmbH, die Stadtwerke Würzburg (plus 10,3  Prozent) oder die badenova AG kassieren künftig von ihren Kunden mehr.

Im Schnitt müssen betroffene Verbraucher bei Gas mit einer gut fünfprozentigen Steigerung rechnen. Einen erneuten Schub wird es Verivox zufolge zum Ende der Heizperiode geben: 18 Versorger haben bereits Preiserhöhungen von im Schnitt knapp sieben Prozent im März beziehungsweise April bekannt gegeben.
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Über zehn Prozent Mehrverbrauch im Januar

Die momentanen Aufschläge machen sich auch deshalb deutlich bemerkbar, weil in dieser Heizperiode aufgrund der Kälte weit mehr Energie verbraucht wird. Im Vergleich zu vergangenen Jahren haben Verbraucher im Januar acht bis zehn Prozent mehr Energie verheizt, schätzt der Deutsche Mieterbund. „Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern bedeutet das Zusatzkosten von 15 bis 20 Euro nur in diesem Monat“, sagt Stefanie Jank vom staatlich geförderten Energieportal CO2-Online.
Aktuelles Preisniveau beim Erdgas liegt unter dem Vorjahresmonat

Dagmar Ginzel von Verivox gibt jedoch zu bedenken, dass das derzeitige Preisniveau bei Erdgas noch unter dem von vor einem Jahr liegt: „Im Januar 2009 müssen Kunden etwa acht Cent pro Kilowattstunden zahlen, Anfang 2010 sind es rund sechs Cent.“
Bei Strom sieht die Situation anders aus. Hier sind die Preise nicht wie am Gasmarkt 2009 gepurzelt, sondern sukzessive gestiegen. Gaben Verbraucher deutschlandweit im Schnitt Anfang 2009 noch 924 Euro pro Jahr für Strom aus, mussten sie im Januar 2010 bereits 950 Euro bei lokalen Tarifen einkalkulieren. Dieser Politik folgen alle Stromversorger: So hoben im Januar und Februar 217 Unternehmen ihre Preis um rund sechs Prozent an. Laut Verivox folgen im März und April 2010 noch einmal 82 Versorger – erneut mit Aufschlägen von rund sechs Prozent; darunter die Stadtwerke München, die E.ON Mitte Vertriebs GmbH oder auch Vattenfall in Berlin sowie Hamburg.

Wechsel rechnet sich

Angesichts der erneuten Preisaufschläge bei Gas und Strom ist es allerdings verwunderlich, dass die Wechselraten der Energiekunden immer noch sehr überschaubar sind. Zwar funktioniert der Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt durchaus – so hat heute jeder Erdgaskunde nach Angaben der Monopolkommission in Deutschland je nach Region die Wahl zwischen drei bis zu 20 Anbietern. Doch zwischen 2007 und 2009 wählten laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gerade mal acht Prozent der Verbraucher einen neuen Lieferanten. Dabei sind der Vergleich der Tarife sowie der Versorgertausch von einem teuren zu einem günstigen längst ohne Probleme und Risiken machbar.

Wer seine Strom- oder Gaspreise gleich testen möchte, kann die Tarifrechner von biallo.de nutzen. Zeigen die Ergebnisse, dass alternative Angebote billiger sind, einfach den neuen Vertrag prüfen. Die Kündigung des bisherigen Versorgers übernimmt dann zum Beispiel der neue Anbieter.
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