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Heizkosten

Sparpotential mit Heizspiegel aufdecken

23.10.2009 11:18
Von Matthias Kutzscher
Energiekosten Heizkosten Öl Gas Sparpotential mit Heizspiegel Finanzportal Biallo.de
Im vergangenen Jahr hat jeder Bundesbürger im Mittel 17 Prozent mehr fürs Heizen ausgegeben als 2007. Das geht aus dem neuen Heizspiegel hervor, den der Deutsche Mieterbund und die gemeinnützige co2online GmbH im Oktober 2009 veröffentlichten. Anhand des bundesweiten Datenmaterials, das die durchschnittlichen Heizkosten und den Heizenergieverbrauch in Städten und Kommunen aufschlüsselt, können Mieter und Immobilieneigner individuelle Sparpotentiale aufdecken.
Anhand des bundesweiten Datenmaterials, das die durchschnittlichen Heizkosten und den Heizenergieverbrauch in Städten und Kommunen aufschlüsselt, können Mieter und Immobilieneigner individuelle Sparpotentiale aufdecken.

Heizen ist richtig teuer: Das ist das Fazit des neuen Heizspiegels. Im Schnitt 880 Euro kostete das Heizen einer 70-Quadratmeter großen Wohnung mit Öl 2008. Das waren 180 Euro oder 26 Prozent mehr als im Jahr davor. Wer mit Erdgas Haus oder Wohnung wärmte, musste eine neunprozentige Steigerung verkraften. Bei Fernwärme lagen die Mehrausgaben bei 18 Prozent. Gestiegene Energiepreise sowie der kalte Winter waren laut Deutschem Mieterbund (DMB) für den Kostenschub verantwortlich.
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Foto(s): Henning Kaiser/ddp Zürich Gruppe Deutschland
Energetische Sanierung wichtig

2009 hat sich die Situation zwar verändert: Heizöl ist derzeit gut 23 Prozent günstiger als noch vor zwölf Monaten. Und um fast fünf Prozent verringern Stadtwerke und Versorger dem Energieportal Verivox zufolge ihre Gaspreise im Oktober und November 2009.

Doch ob Kunden von der Preisreduktion bei Öl und Gas deutlich profitieren, ist zweifelhaft. Zu hoch waren einerseits die Preisaufschläge bei Energie in den vergangenen Jahren; zudem müssten Heizöl und Erdgas optimal eingekauft werden, um die Kostendifferenz auch tatsächlich im Portemonnaie zu spüren. Daran wird sich laut Lukas Siebenkotten auch wenig ändern: „Auf dauerhaft sinkende Energiepreise dürfen Mieter nicht hoffen. Deshalb ist die energetische Sanierung so wichtig“, sagt der Mieterbund-Direktor.
Wärmeschleudern enttarnen

Und genau dieses Potential deckt der Heizspiegel, der vom Bundesumweltministerium finanziert wird, auf: Immerhin wurden 2008 die Daten von bundesweit 52.000 Gebäuden in Städten und Kommunen ausgewertet. Wer also prüfen möchte, ob seine zuletzt gezahlten Rechnungen im Schnitt lagen oder überhöht waren, besitzt mit dem Heizspiegel ein Referenzwerk. Denn der Vergleich legt offen, welche Immobilien Wärmeschleudern sind. Das Werk wirkt also ähnlich wie die bereits in vielen Städten existierenden Mietspiegel. Heißt: Individuelle Kosten lassen sich auf Basis eines repräsentativen Durchschnitts abgleichen. Beim Heizspiegel wird unterschieden nach der Art der Heizung (Gas, Öl, Fernwärme), Form der Warmwasserbereitung (zentral, dezentral) sowie nach der Größe der Wohnfläche. So entstehen Verbrauchstabellen regionaler Heizdaten.

Offenbart dann der spezifische Vergleich einen zu hohen Energiekonsum, sollte im ersten Schritt die Heizkostenabrechnung beziehungsweise die Rechnung des Energielieferanten geprüft werden: Und auch hierbei helfen die Kooperationspartner der Heizspiegelkampagne Bundesumweltministerium, Mieterbund und co2online: Unter www.heizspiegel.de können Mieter und Eigentümer ein kostenloses Gutachten bestellen. Es informiert detailliert über die eigenen Heizkosten und zeigt, wo und in welchem Umfang Sparpotentiale bestehen. Ein Angebot, dass nach Auskunft von DMB-Sprecher Ulrich Ropertz sehr häufig genutzt wird und vor allem auch Konsequenzen hat.

So ergab eine Nutzerbefragung, dass 70 Prozent der Mieter das Gutachten an ihre Vermieter weiterreichen. Und jeder Vierte habe daraufhin mit mindestens einer wärmetechnischen Modernisierungsmaßnahme reagiert, heißt es beim Mieterbund. „Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass aus dem Gutachten kein Rechtsanspruch entsteht“, erläutert Ulrich Ropertz. Der bundesweite Heizspiegel kann im Übrigen als kostenlose Broschüre beim Deutschen Mieterbund angefordert oder unter www.mieterbund.de herunter geladen werden. Den Gutschein für das Gratisgutachten gibt es unter www.heizspiegel.de. Auf dieser Webseite finden sich auch Informationen über alle kommunalen Heizspiegel.
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