Wärmeschleudern enttarnen
Und genau dieses Potential deckt der Heizspiegel, der vom Bundesumweltministerium finanziert wird, auf: Immerhin wurden 2008 die Daten von bundesweit 52.000 Gebäuden in Städten und Kommunen ausgewertet. Wer also prüfen möchte, ob seine zuletzt gezahlten Rechnungen im Schnitt lagen oder überhöht waren, besitzt mit dem Heizspiegel ein Referenzwerk. Denn der Vergleich legt offen, welche Immobilien Wärmeschleudern sind. Das Werk wirkt also ähnlich wie die bereits in vielen Städten existierenden Mietspiegel. Heißt: Individuelle Kosten lassen sich auf Basis eines repräsentativen Durchschnitts abgleichen. Beim Heizspiegel wird unterschieden nach der Art der Heizung (Gas, Öl, Fernwärme), Form der Warmwasserbereitung (zentral, dezentral) sowie nach der Größe der Wohnfläche. So entstehen Verbrauchstabellen regionaler Heizdaten.
Offenbart dann der spezifische Vergleich einen zu hohen Energiekonsum, sollte im ersten Schritt die Heizkostenabrechnung beziehungsweise die Rechnung des Energielieferanten geprüft werden: Und auch hierbei helfen die Kooperationspartner der Heizspiegelkampagne Bundesumweltministerium, Mieterbund und co2online: Unter
www.heizspiegel.de können Mieter und Eigentümer ein kostenloses Gutachten bestellen. Es informiert detailliert über die eigenen Heizkosten und zeigt, wo und in welchem Umfang Sparpotentiale bestehen. Ein Angebot, dass nach Auskunft von DMB-Sprecher Ulrich Ropertz sehr häufig genutzt wird und vor allem auch Konsequenzen hat.
So ergab eine Nutzerbefragung, dass 70 Prozent der Mieter das Gutachten an ihre Vermieter weiterreichen. Und jeder Vierte habe daraufhin mit mindestens einer wärmetechnischen Modernisierungsmaßnahme reagiert, heißt es beim Mieterbund. „Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass aus dem Gutachten kein Rechtsanspruch entsteht“, erläutert Ulrich Ropertz. Der bundesweite Heizspiegel kann im Übrigen als kostenlose Broschüre beim Deutschen Mieterbund angefordert oder unter
www.mieterbund.de herunter geladen werden. Den Gutschein für das Gratisgutachten gibt es unter
www.heizspiegel.de. Auf dieser Webseite finden sich auch Informationen über alle kommunalen Heizspiegel.