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Steigende Heizölpreise

Wie Verbraucher jetzt handeln sollten

18.06.2010 00:36
Von Matthias Kutzscher
Steigende Heizölpreise Wie Verbraucher jetzt handeln sollten
Wer zum passenden Zeitpunkt nachtankt, kann beim Heizöl viel Geld sparen
Heizöl ist seit Jahresanfang je nach Abnahmemenge und Qualität um etwa zehn bis 15 Prozent teurer geworden – allerdings mit teilweise kräftigen Schwankungen. Offenbar zögern genau deshalb viele Verbraucher hierzulande noch mit der Bevorratung für den nächsten Winter. Doch die Hoffnung auf wieder fallende Heizöl-Preise könnte enttäuscht werden.
Selten waren Preisprognosen für den Ölmarkt schwieriger als derzeit: Die Fiskalkrisen in Griechenlandland und Südeuropa, der schwächelnde Euro, kaum klare Trends bei Finanzinvestitionen, uneinheitliche Konjunktursignale national und international oder auch die Auswirkungen des Öldesasters im Golf von Mexiko können eine Vorhersage schon morgen wieder Makulatur werden lassen. Die Unsicherheit spiegelt sich im Verbraucherverhalten. Nach Berechnungen des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Berlin lag der Heizölabsatz in den ersten Monaten 2010 deutlich unter den Werten des Vorjahres. Erst im Mai zog laut MWV der Absatz aufgrund relativ günstiger Heizölpreise wieder an.
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Foto(s): Henning Kaiser/ddp Norbert Millauer/ddp
Tipp für Heizöl-Kunden: Teilweise Tank befüllen

Was aber sollten Verbraucher machen, die bislang noch nicht ihre Heizöltanks aufgefüllt haben? Wieder auf fallende Notierungen spekulieren, oder jetzt den Tankwagen bestellen? Obwohl sich auch Steffen Bukold auf keine klare Vorhersage festlegen will, hat der Hamburger Ölexperte dennoch einen Tipp parat: „Da eher nicht davon auszugehen ist, dass Rohöl in den nächsten Monaten wieder deutlich billiger wird, könnte es sinnvoll sein, jetzt zumindest einen Teil des Tanks aufzufüllen.“
Für dieses Vorgehen sprechen tatsächlich einige fundamentale Überlegungen: Obwohl der Euro im Juni gegenüber dem Dollar wieder leicht an Wert zugelegt hat, besteht Experten zufolge kein großes Potential für eine Rally der Währung. Da Öl an den internationalen Börsen in Dollar notiert wird, zahlen heimische Händler folglich mehr. Zwar sind die Rohöllager und damit auch die Raffinerien weltweit aufgrund hoher Förderquoten momentan gut gefüllt, doch immer wieder sorgen positive Wirtschaftsnachrichten etwa aus Asien für eine ausgelassene Stimmung an den Finanz- und Rohstoffmärkten. So hat die chinesische Regierung Mitte Juni einen Anstieg der Exporte im Mai um knapp 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gemeldet; die Erwartungen wurden damit weit übertroffen.

Zeitgleich hob die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Prognose zur weltweiten Ölnachfrage 2010 unter Hinweis auf die überraschend gute Wirtschaftsentwicklung in den Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) an. Im laufenden Jahr wird nun ein Anstieg der globalen Nachfrage um zwei Prozent oder 1,7 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag auf 86,4 Millionen Barrel pro Tag prognostiziert.

Durch guten Kaufzeitpunkt sparen

Wie viel Verbraucher durch einen optimierten Kaufzeitpunkt von Heizöl wirklich sparen können, zeigt ein einfache Rechnung: Bei einer Differenz von zehn Euro pro 100 Liter können bei einer Bestellmenge von 3.000 Litern immerhin 300 Euro auf die Seite gelegt werden. Daher gilt der Grundsatz: sich vor allem regelmäßig informieren. Das heißt: Sowohl die Rohölmärkte als auch die regionalen Heizölmärkte sollten im Blick behalten werden. Mit dem Ölpreis-Rechner von biallo.de etwa lassen sich regionale Preisunterschiede schnell ermitteln. Wichtig auch: Nicht erst Heizöl einkaufen, wenn der Tank schon fast leer ist. Denn das lässt wenig Raum für spekulatives Handeln.
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