„Das Interesse ist überwältigend. Viele Hausbesitzer, Wohnungsbaugenossenschaften und Kommunen sind begeistert von unserer Idee“, sagt Gero Lücking, Vorstand Energiewirtschaft bei Lichtblick. Seinen Angaben zufolge hat die Stadt Hamburg im September bereits 100 Mini-BHKW für Kindertagesstätten oder auch Altenheime bestellt. „Für Wohnungsbaugesellschaften und Hausbesitzer stellen die Kellerkraftwerke eine Investition dar, die sich in einem überschaubaren Zeitraum gut von der Steuer absetzen lässt“, sagt Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.
Im Sommer 2010 sollen die ersten Anlagen eingebaut werden. „Wir starten in Hamburg. Ab 2011 können wir dann bundesweit Zuhause-Kraftwerke installieren“, sagt Lücking. Volkswagen werde im kommenden Jahr zunächst einige 100 Mini-BHKW ausliefern und dann Ende 2010 in die Serienproduktion einsteigen.
5.000 Euro Pauschalbetrag
Wer sich für das neue Konzept entscheidet, muss einen Pauschalbetrag von rund 5.000 Euro aufbringen. Dafür will Lichtblick die alte Heizung abbauen und durch ein VW-Aggregat samt Wärmespeicher, Daten- und Stromnetzanschluss ersetzen. Die Anlage bleibt allerdings im Eigentum von Lichtblick. Das bedeutet: Kunden müssen neben einem monatlichen Grundbetrag von 20 Euro für die verbrauchte Wärme bezahlen. Der Preis dafür werde an den Gaspreisindex des Statistischen Bundesamtes gekoppelt, heißt es bei Lichtblick. Der Versorger wiederum überweist dem Kunden eine monatliche Miete von fünf Euro für die Aufstellung des „ZuhauseKraftwerks“ sowie einen Bonus von 0,5 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde Strom. Reparaturen und Wartung will Lichtblick umsonst erledigen. Das sei unter dem Strich ein durchaus attraktives Gesamtpaket, so die Einschätzung von Experten.
Das Konzept sei nicht nur wirtschaftlich interessant, sondern auch ökologisch wertvoll, meint Anbieter Lichtblick. So soll die Anlage nicht nur höchste Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit erfüllen, die Mini-BHKW würden gegenüber der herkömmlichen Kombination von lokaler Heizung und zentralem Großkraftwerk auch bis zu 40 Prozent Primärenergie sparen und die CO2-Emissionen um bis zu 60 Prozent senken. Hinzu kommt: Mit steigender Verfügbarkeit will Lichtblick bei den Mini-BHKW klimaneutrales Biogas einsetzen.
Virtuelle Kraftwerke sind sinnvoll
Angesichts dieser Verheißungen hat das Konzept für viel Wirbel gesorgt. „Von großer Nachfrage“, berichtet der Energieversorger. Kritiker halten jedoch dagegen, dass VW und Lichtblick von utopischen Absatzzahlen ausgehen und Mini-BHKW in wärmeren Monaten nicht effizient arbeiten. Interessierte Besitzer von Immobilien sollten sich mit möglichen Mängeln des Konzepts auf jeden Fall beschäftigen und sich die ökonomischen sowie ökologischen Vorteile von einem Fachmann genau darlegen lassen.