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Ökostrom

Drei Vorurteile zur "grünen" Elektrizität

20.12.2010 10:11
Von Matthias Kutzscher
Ökostrom hat sich in Deutschland längst fest etabliert. Noch vor wenigen Jahren waren Anbieter, die Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Erdwärme oder Biomasse herstellten und vertrieben, Marktexoten. Mittlerweile können Verbraucher bei uns aus über 1.770 Ökostrom-Tarifen wählen. Und neben reinen Ökostrom-Firmen haben längst auch alle großen Versorger sowie hunderte Stadtwerke „grüne“ Elektrizität im Sortiment. Doch Achtung: Beim Preis und der Umweltqualität des Ökostroms sollten Kunden aufpassen.
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Verbraucher können bei uns aus über 1.700 Ökostrom-Tarifen wählen. Und neben reinen Ökostrom-Firmen haben längst auch alle großen Versorger sowie hunderte Stadtwerke „grüne“ Elektrizität im Sortiment.

Es ist ein höchst unüberschaubarer Markt geworden: Ökostrom. Die Fülle der Tarife, die Vielzahl der Anbieter, verschiedenste Auflagen für zertifizierte Produkte sowie ein halbes Dutzend Gütesiegel erschweren Energieverbrauchern den Überblick. Immer wieder untersuchen Institutionen und Experten daher Angebote sowie Handel mit umweltschonender Energie aus erneuerbaren Quellen. Eine Analyse stammt vom Verivox. Das Verbraucherportal kommt zu durchaus erstaunlichen Ergebnissen, die mit einer ganzen Reihe stereotyper Meinungen aufräumen:
  • Vorurteil eins: Es gibt nicht genügend Ökostromprodukte und Anbieter.

    Falsch. Tatsächlich können Verbraucher laut Verivox derzeit bundesweit aus über 1.770 Tarifen von mehr als 700 Versorgern wählen. Unterschieden werden müssen hier Anbieter wie Lichtblick, Greenpeace Energy oder die Naturstrom AG, die ihren Kunden nur Ökostrom bereitstellen sowie große Versorger und Stadtwerke, die auch Strom aus Kernkraft, Kohle und Öl vertreiben.
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  • Vorurteil zwei: Ökostrom ist teuer.

    Falsch. Laut Verivox sind selbst Ökotarife mit sogenannten Gütesiegeln häufig günstiger als die Grundversorgung der örtlichen Stromversorger. Grundsätzlich gilt aber: Je strenger die Auflagen, desto mehr muss dafür bezahlt werden.
    Was heißt das? Weil alle Verbraucher Elektrizität aus einem Netz beziehen und Strom physikalisch immer gleich ist, erhalten Kunden schlicht Strom. Je mehr Ökostrom jedoch bei uns hergestellt wird, desto besser für den Strommix und das Klima.

    Ein empfehlenswerter Ökotarif basiert daher auf zwei Punkten, nämlich der bezogenen Strommenge aus bestehenden Wasser- oder Windkraftwerken sowie der Ausbauförderung der Erzeugungskapazität insgesamt. So hat sich etwa Greenpeace Energy verpflichtet, die jährlich verkaufte Energie spätestens nach fünf Jahren aus in dieser Zeit neu errichteten regenerativen Kraftwerken zu beziehen. Unter dem Strich ist Ökostrom jedoch längst nicht so teuer wie vermutet. So betragen laut Verivox bundesweit die Kosten für Grundversorgung des örtlichen Stadtwerks bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden im Schnitt 965 Euro. Bei Ökostromtarifen mit Gütesiegel muss mit 950 Euro kalkuliert werden.
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