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Ökostrom mit Gütesiegel

Was bietet grüner Strom aus dem Supermarkt?

12.11.2009 08:00
Von Matthias Kutzscher
Ökostrom Gütesiegel grüner Strom Steckdose Energie Finanzportal Biallo.de
Mittlerweile wird auch in Supermärkten Ökostrom verkauft, etwa bei Kaiser's und Tengelmann. Worauf Verbraucher bei solchen Angeboten achten sollten.
Der Strom werde zu 80 Prozent aus Wasserkraft und zu 20 Prozent aus anderen erneuerbaren Energiequellen produziert, ließ Tengelmann verlauten. Das neue Ökostrom-Angebot aus dem Regal zeigt: Längst tobt ein harter Wettbewerb um Kunden, die Naturstrom beziehen wollen. Mehr als 600 Stadtwerke, Versorger und andere Anbieter offerieren mittlerweile Ökotarife.

 
Was für Naturstrom spricht

Konventionell aus Kohle oder Erdgas erzeugter Strom ist verantwortlich für CO2-Emissionen. Laut Bundesverband Erneuerbare Energien war die Stromerzeugung in Deutschland 2007 für 325 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich. Wer Ökostrom bezieht, tut also etwas für den Umweltschutz. Gleichzeitig dürfte eine weiter steigende Nachfrage Politik und Versorgungswirtschaft überzeugen, weiter in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren.

Ökostrom - was ist das?

Naturstrom stammt aus erneuerbaren Energiequellen. Dies sind Wasser-, Wind- und Sonnenkraft sowie Erdwärme; auch Biomasse wie etwa Holz zählt dazu. Als ökologisch gilt zudem Stromgewinnung aus Abfall. Allerdings sollten Verbraucher wissen: Wer Öko bestellt, erhält in der Regel den gleichen Strom wie sein Nachbar, der Normalstrom bezieht. Das ist aber keine böswillige Täuschung, denn der Anbieter verpflichtet sich, soviel Ökostrom einzuspeisen, wie der Kunde entnimmt.

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Seit Ende Dezember 2005 sind Anbieter verpflichtet, über Herkunft und Strommix zu informieren. Aus dieser Kennzeichnung wird jedoch oft nicht klar, um welchen Strom es sich handelt. Nur der Saft darf sich „Ökostrom“ nennen, der zu mindestens 50 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Viele Versorger bieten aber grüne Energie in verschiedenen Reinheitsgraden an – als Variante mit 50 sowie 75 Prozent. Greenpeace energy oder die Naturstrom AG offerieren sogar 100 „reine“ Elektrizität. Das bedeutet: Wer sicher sein will, dass sein Strom wirklich grün ist, sollte laut Verbraucherzentrale NRW nur zu Anbietern wechseln, die entsprechende Produktions- und Handelsbilanzen vorlegen oder über unabhängige Testate verfügen.

Eine Hilfe im Tarifdschungel sind Qualitätslabel. Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen Zertifikaten und Gütesiegeln. Zertifikate garantieren allein Herkunft sowie Zusammensetzung des Stroms. Über die Qualität des jeweiligen Tarifs geben Gütesiegel Auskunft. Hier ist in den meisten Fällen Bedingung, dass ein Anteil der Einnahmen in den Bau neuer Anlagen zur regenerativen Stromgewinnung investiert wird.

Nach Ansicht von Verbrauchschützern sind das „Grüner Strom“-Label Gold und Silber, das Gütezeichen Öko-Strom der Landesgewerbeanstalt Bayer sowie das Tüv-Zertifikat verlässlich. Aktiv unterstützt die Verbraucherzentrale NRW das Label „ok-power“

Wie teuer darf Ökostrom sein?

Grüner Strom ist nicht mehr viel teurer als herkömmlicher. Grund: Erneuerbare Energien decken bereits über 15 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Dank des stetig steigenden Angebots können heute selbst Ökotarife, die zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzen, mit günstigen Angeboten des lokalen Anbieters mithalten. Ein Vergleich im Tarifrechner lohnt immer.

Und wie funktioniert der Wechsel? Nichts einfacher als das: Kunden brauchen nur den neuen Anbieter beauftragen. Der wickelt automatisch alle Formalitäten ab. Der Vertrag sollte jedoch eine möglichst kurze Mindestlaufzeit sowie eine Kündigungsfrist von ein bis drei Monaten enthalten.

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Leserkommentare

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24.03.2009 17:53 Uhr
Köster: Etikettenschwindel Ökostrom
Nach dem Erneuerbaren Energiegesetz (EEG) müssen alle produzierten (angebotenen) Strommengen aus erneuerbaren Quellen von den Netzbetreibern bevorzugt angenommen und nach den Tarifen des EEG bezahlt werden. Dann erst die Strommengen aus anderen Quellen. Wenn also ein Kunde jetzt zusätzlichen Ökostrom (anstatt "konventionellen" Stromes) nachfragt, wird damit keine zusätzliche kWh Ökostrom erzeugt, denn dieser ist bereits im Basisfall komplett eingespeist. Nur die Rechnung des Kunden wird höher. Zum Thema Ökostrom aus Wasserkraft aus Österreich und Norwegen: Auch hier wird keine zusätzliche kWh produziert oder nach Deutschland exportiert. Es werden lediglich RECS-Zertifikate (Renewable Energy Certificate System) gekauft. Diese besagen nichts mehr als daß der Produzent diese Strommenge in seinem Land nicht mehr als Ökostrom verkaufen darf, was er z.B. in Norwegen auch im Basisfall nicht gemacht hat, weil kein Markt besteht. Insofern freut der Norweger sich über eine zusätzliche Einnahme und der deutsche Stromverteiler kann seine Scheibe im Kohlekraftwerk von Kohlestrom in Ökostrom umwidmen. Alle freuen sich und nichts hat sich in der Produktion geändert. Nur die ökobewegten Kunden meinen (fälschlicherweise), etwas für die Umwelt (irgendwo auf der Welt) getan zu haben. Bitte recherchieren...
Foto: colourbox.com ID:2221
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