Über sechs Millionen Haushalte heizen in Deutschland mit Öl – etwa ein Drittel davon mit antiquierter Technik. Kesseloldies, die älter sind als 15 Jahre, verbrauchen rund 40 Prozent mehr Energie als moderne Geräte. Da lohnt die Modernisierung – zumal die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Einzelmaßnahmen finanziell unterstützt.
Zum 1. April 2009 führt die KfW-Bankengruppe eine neue Struktur in der Wohnbauförderung ein: Energieeffizienzmaßnahmen durch Kredite und Zuschüsse werden dann in den beiden Programmen „Energieeffizient Bauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ gebündelt. Neu ist auch die Förderung von Einzelmaßnahmen – wie etwa der Austausch eines veralteten Heizkessels gegen ein sparsames Öl-Brennwertgerät.
Dafür können Sanierer einen Zuschuss von fünf Prozent der Investitionssumme beantragen, maximal 2.500 Euro. Die Finanzhilfe kommt aus dem sogenannten CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW und gilt für Ein- und Zweifamilienhäuser, die vor 1995 gebaut wurden. Förderfähig sind Materialkosten und Handwerksleistungen. Das heißt: Ausbau und Entsorgung eines alten Öltanks werden ebenso unterstützt wie der Austausch von Heizkesseln und Rohrleitungen, der Einbau von Steuerungs- und Regelungstechnik oder auch der Einbau von Thermostatventilen.
Auch Teilsanierung spart Energie
Tatsächlich muss es aber nicht immer eine komplette Modernisierung der Öl-Heizung sein. Schon die Installation eines modernen Brenners senkt den Heizölverbrauch um rund zehn Prozent und den Schadstoffausstoß um bis zu 20 Prozent. Wer den Kesseloldie gegen eine effiziente Öl-Brennwertheizung tauscht, spart Experten zufolge sogar bis zu 30 Prozent Energiekosten.
Für eine bessere Energiebilanz der alten Heizung muss aber nicht zwingend ein neuer Kessel her; immerhin kosten moderne Öl-Brennwertkessel zwischen 5.000 Euro und 7.000 Euro. Zudem muss der Schornstein saniert werden, da die Abgastemperaturen deutlich niedriger als bisher sind.
Wer diese Kosten scheut, sollte sich von einem unabhängigen Heizungsexperten beraten lassen. Denn oft mindern schon recht überschaubare Maßnahmen den Energieverbrauch älterer Anlagen.
Tipp 1: Lassen Sie – wenn nötig – die Rohleitungen dämmen.
Tipp 2: Optimieren Sie die Regelung des Kessels.
Tipp 3: Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen, damit alle Heizkörper gleich warm werden und mögliche störende Geräusche verschwinden.
Tipp 4: Bauen Sie eine neue Heizungspumpe ein. Denn alte oder zu große Umwälzpumpen fressen mächtig Strom.
Tipp 5: Prüfen Sie die richtige Dimensionierung des Kessels.
Ein Heizungs-Check ist sinnvoll
Welche Maßnahmen sinnvoll sein können, zeigt im Übrigen ein „Heizungs-Check“. Eine solche Energieinspektion von Wärmeerzeuger, Wärmeverteilung und Wärmeübergabe wurde 2008 von der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) entwickelt. Der Check ist standardisiert, dauert laut VdZ in einem Einfamilienhaus etwa eine Stunde und sollte nicht mehr als 100 Euro kosten.