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Photovoltaik-Anlagen

Preisverfall macht Sonnenstrom rentabel

07.08.2009 14:16
Von Max Geißler
Photovoltaik-Anlagen
Das eigene Kraftwerk auf dem Dach wird für Eigenheimbesitzer immer rentabler. Einerseits drückt der rapide Preisrückgang bei Photovoltaikanlagen die Anschaffungskosten, andererseits sichert die staatlich garantierte Einspeisevergütung langfristigen Ertrag.
Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ermittelte, fielen die Panelpreise in den letzten drei Jahren um über 25 Prozent. Kosteten Standardanlagen für Einfamilienhäuser 2006 noch etwa 5.000 Euro je installiertem Kilowattpeak Leistung (1 kWp ergeben bis zu 1.000 kWh), so sind vergleichbare Systeme heute bereits für 3.600 Euro zu haben. „Nie war die Investition in eine Solarstromanlage so attraktiv wie jetzt“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. Der Preisrückgang zeigt Wirkung: Allein im Jahr 2008 installierten deutsche Hauseigentümer 150.000 neue Solarstromanlagen auf ihren Dächern.
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Lohnen Solaranlagen in Deutschland?

Ideal sind Dächer mit Südausrichtung und geringem Neigungswinkel. Abweichungen davon schmälern die Stromausbeute aber nur gering. Wichtig ist, dass weder Bäume, Dachaufbauten noch umstehende Häuser Schatten auf die Solarzellen werfen. Um 1.000 Kilowattstunden Strom zu erzeugen, benötigt man je nach Region etwa zehn Quadratmeter Panelfläche – im Norden tendenziell mehr, im Süden weniger. Eine Genehmigung der Baubehörde ist außer bei denkmalgeschützten Gebäuden nicht nötig.
Wann sind die Kosten eingespielt?

„Photovoltaikanlagen sind überall in Deutschland wirtschaftlich einsetzbar“, sagt Andreas Wagner, Chef des Solaranlagenherstellers Wagner & Co. in Cölbe. Die meisten Hauseigentümer speisen den erzeugten Strom ins Netz ein, weil das hohe staatliche Vergütung bringt. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) garantiert 20 Jahre lang einen Vergütungssatz von 43,01 Cent pro abgegebener Kilowattstunde, wenn die Anlage 2009 in Betrieb geht. 2010 sinkt die Einspeisevergütung um acht Prozent auf 39,57 Cent. Als Faustregel gilt ein jährlicher Energieertrag von 800 bis 1.000 kWh pro Kilowattpeak. Auf Einfamilienhäusern finden sich häufig Anlagen mit drei Peak Leistung, die beanspruchte Dachfläche beträgt etwa 27 Quadratmeter. Solche Anlagen erzeugen jährlich rund 2.500 Kilowattstunden Strom. Bei der aktuellen Einspeisevergütung von 43 Cent kassieren die Betreiber etwa 1.100 Euro pro Jahr. Die Anschaffungskosten für eine 3-kWp-Anlage betragen inklusive Installation etwa 11.000 Euro, die jährlichen Betriebskosten liegen bei 110 Euro. Werden günstige staatliche Förderungen durch KfW-Darlehen genutzt und maximal drei Viertel der Investitionskosten über Kredit finanziert, rechnet sich die Solaranlage nach 15 Jahren, bei höherem Eigenkapitalanteil eher. Die Stiftung Warentest ermittelte kürzlich Renditen zwischen fünf und acht Prozent auf das eingesetzte Kapital.
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Steuern sparen

Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten heben die Gewinnaussichten. Wer Strom ins Netz einspeist, gilt als Gewerbetreibender, muss aber kein Gewerbe anmelden. Die Steuervorteile sind vielfältig: Stromunternehmer können die Investitionskosten und den laufenden Wartungsaufwand absetzen sowie anfallende Umsatzsteuerzahlungen vom Finanzamt zurückholen. Die Abschreibung der Anlage erfolgt linear mit fünf Prozent pro Jahr, eine Sonderabschreibung in Höhe von 20 Prozent ist möglich. Gewinne und Verluste werden anhand einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt.

Strom selbst nutzen statt einspeisen


Seit 2009 gibt es bei Eigennutzung des Solarstroms eine Vergütung von 25,01 Cent je Kilowattstunde. Dazu addieren sich die eingesparten Stromkosten, die ansonsten an das örtliche Versorgungsunternehmen zu zahlen sind. Allerdings fordert das Finanzamt Umsatzsteuer auf die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Vergütung für den selbstgenutzten Strom. Auf diese 18 Cent fallen 3,42 Cent Steuer an. Im Ergebnis lohnt der Eigenverbrauch ab einem Fremdstrompreis von 21,5 Cent.

Sie möchten mehr wissen? Im unserer Langfassung informieren wir Sie unter anderem zu folgenden Themen:
 
  • Wie viel Dachfläche braucht man, um ein Haus mit Strom zu versorgen?
  • Ausrichtung des Dachs, Leistung und Panelfläche
  • Überblick: Mit soviel Stromertrag pro 1 kWp Leistung können Betreiber an ihrem Wohnort rechnen
  • Was kostet eine Solarstromanlage? - Anschaffungs-, Betriebs- und Kreditkosten
  • So rechnet sich die Solarstromanlage - Einspeisevergütung, Steuererleichterung, Rendite (mit einer Wirtschaftlichkeitsrechnung)
  • Staatliche Förderung - KfW-Förderdarlehen und Förderprogramme der Länder
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Leserkommentare

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10.08.2009 17:41 Uhr
Redaktion Biallo.de: 3-kWp-Anlage
Stromvergütung: Es handelt sich um eine 3-kWp-Anlage. Daher: 850 x 3 = 2550 kWh. Daraus ergibt sich im ersten Jahr eine Vergütung von 1096 Euro. Da die Anlage pro Jahr 0,5 % an Leistung verliert, erreicht die Einspeisevergütung im 2. Jahr nur noch 1091 Euro. Jedes weitere Jahr entsprechend weniger. Außerdem handelt es sich um die Investitionskosten zu Beginn, also Eigenkapitalaufwand, div. Handwerkerkosten, Zählergebühren etc.
09.08.2009 11:01 Uhr
Schumacher: Langfassung PV - Anlagen
bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung auf S. 5 verstehe ich die ermittelte Stromvergütung nicht: 850 kwh x 0,4301 ct. ergeben € 365 bitte auch um Erläuterung des jahresergebnisses im Jahr 0 von - 3.040
08.08.2009 09:20 Uhr
solarfinanzierung.eu: Rechnet sich nur, wenn .........
Wir sind der Meinung, dass auch eine Kleinanlage nach 12 Jahren ohne Eigenkapital bezahlt sein muss. Ansonsten ist die Anlage unwirtschaftlich.
Foto: Aamon/Fotolia.com ID:2708
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