
Weniger Förderung für Photovoltaikanlagen
Seit Ende Oktober sind die neuen Vergütungssätze für Photovoltaikanlagen amtlich: Mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist klar, dass die höchst mögliche Reduzierung für 2010 greift. Grund: Die Bundesnetzagentur berechnet die Sätze auf Basis der Leistung der Anlagen, die in den vergangenen zwölf Monaten gebaut wurden. Und das waren viele.
Die schlimmsten Befürchtungen der Solarbranche sind nicht wahr geworden: Eine „drastische Förderkürzung“ für Stromerzeugung aus Sonnenenergie hatten FDP- und CDU-Politiker vor der Bundestagswahl gefordert. Im Koalitionsvertrag von Union und FDP ist eine deutliche Absenkung jedoch nicht vorgesehen. Stattdessen läuft die Verringerung der staatlichen Zuschüsse ab Januar 2010 im bisher gesetzlich vorgesehenen Rahmen.
Das heißt: Die neuen Degressionssätze richten sich nach der Leistung der Photovoltaikanlagen, die in den zwölf Monaten seit dem 30. September 2008 der Bundesnetzagentur gemeldet wurden. „Und der Schwellenwert von 1.500 Megawatt wurde mit einer gemeldeten installierten Leistung von rund 2.340 Megawatt deutlich überschritten“, sagt Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.
Je höher die Leistung, desto geringer die Vergütung
Folge des Solarbooms: Bauherren und Modernisierer, die ihre Photovoltaikanlage 2010 in Betrieb nehmen und Strom ins öffentliche Netz einspeisen wollen, erhalten in den nächsten 20 Jahren weniger als vielfach kolportiert. Für Photovoltaikanlagen auf oder an Dächern beziehungsweise Lärmschutzwänden bis zu einer Größe von 30 Kilowattstunden Spitzenleistung (kWp) gilt: Es werden 39,14 Cent je kWp bezahlt, das sind immerhin neun Prozent weniger als bisher. Exakt 37,23 Cent pro kWp erhält man für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung zwischen 30 und 100 kWp; das sind elf Prozent weniger als bislang. Und 35,23 Cent je kWh kassieren Betreiber, deren Anlagen zwischen 100 und 1.000 kWp leisten. Über 1.000 kWp wird mit 29,37 Cent vergütet. Und 28,43 Cent je kWh gibt es für Photovoltaiksysteme, die als Freiflächenanlagen gelten. Wer im Übrigen seinen selbst produzierten Sonnenstrom im eigenen Haus gleich verbraucht, erhält ab 2010 nur noch 22,76 Cent je Kilowattstunde.
Photovoltaik lohnt noch immer
Trotz deutlich weniger Geld vom Staat rechnet sich die Installation einer Photovoltaikanlage nach Ansicht von Carsten Körnig noch immer: „Der Run auf Solaranlagen ist erfreulich und auch verständlich", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, „und auch im nächsten Jahr wird sich die Investition in Solaranlagen in der Regel auszahlen.“
Wer nicht nur den positiven Umwelteffekt im Sinn hat, sondern die Rentabilität von Photovoltaik hinterfragt, muss allerdings exakt kalkulieren. Tatsächlich hängt die Wirtschaftlichkeit von verschiedenen Faktoren wie Anlagengröße und -kosten, Wirkungsgrad, Einspeisevergütung, Zinssatz oder auch vom persönlichen Steuersatz ab. Per Finanzplan, der auch die staatliche Fördersumme berücksichtigt, können Experten recht genau berechnen, wann sich die Investition auszahlt.
Worauf Verbraucher laut Carsten Körnig auf jeden Fall achten sollten, sei eine qualitativ hochwertige Anlage und deren fachgerechte Installation. Dann hätte man auch lange Freude an sauberem Strom vom eigenen Dach.