Der Vergütungssatz gilt für das Startjahr und die folgenden 20 Kalenderjahre. Er hat deshalb eine erhebliche Auswirkung auf die Rentabilität einer Photovoltaik-Anlage. Der Finanztest-Experte Jörg Sahr schätzt, dass die Absenkung der Vergütung die Rendite um etwa zwei Prozentpunkte verringert. Für eine typische Hausanlage an einem Standort mit einer durchschnittlichen Sonneneinstrahlung beträgt die zu erwartende Rendite deshalb nur noch fünf bis sechs Prozent. Zum Vergleich: Eine Bundesanleihe mit einer Laufzeit von gut 20 Jahren (Wertpapierkennnummer 113517) wirft derzeit eine Rendite von rund vier Prozent ab – und das Zinspapier lässt sich jederzeit zum aktuellen Kurs zu Bargeld machen. Allerdings könnte die Photovoltaik-Anlage am Ende ihrer Nutzungsdauer aus zwei Gründen eine deutlich höhere Rendite aufweisen:
- Zum einen betreffen die genannten Kürzungen nur die Förderung für Solarstrom, den die Anlagenbesitzer in das öffentliche Netz einspeisen - nicht aber für den Eigenverbrauch. Daher lohnt sich in der Regel die Installation eines zweiten Stromzählers zur Dokumentation des Eigenverbrauchs.
- Zum anderen dürften die Preise für fertig installierte Solaranlagen weiter sinken. So fielen die Anlagenpreise im zweiten Halbjahr 2009 nicht so stark, wie das der Preisrutsch bei den Solarmodulen eigentlich erwarten ließ. Verbraucherschützer vermuten, dass die Installateure ihre Gewinnspanne durch den großen Ansturm der Kunden ausdehnen konnten. Verringert sich die Nachfrage durch die niedrigere Förderung, werden voraussichtlich auch die Preise für installierte Photovoltaik-Anlagen weiter nachgeben. Derzeit liegen sie für eine typische Hausanlage bei ungefähr 3.000 Euro pro Kilowatt Maximalleistung. Die Anschaffung ist der größte Kostenblock in der Kalkulation.
Gelingt es, beim Einkauf deutliche Einsparungen zu erzielen, steigt die Rendite automatisch. Interessierte Eigenheimbesitzer sollten daher unbedingt mehrere Angebote einholen.