
Kfw setzt Rotstift beim "Energieeffizienten Sanieren" an
Die KfW stoppt die Förderung einiger Maßnahmen zum „Energieeffizienten Sanieren“. Betroffen ist unter anderem der Einbau wärmeisolierender Fenster oder der Austausch eines alten Nachtspeicherofens. Wer noch in den Genuss der staatlichen Förderung kommen möchte, sollte sich beeilen. Neubauten werden weiterhin gefördert.
Die Kfw-Förderung für energieeffizienten Bau und Umbau ist gefragt. Deshalb muss nun der Rotstift angesetzt werden. „Die unerwartet hohe und auch im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Nachfrage macht es notwendig, die Förderung von Einzelmaßnahmen (Kredit- und Zuschussvariante) sowie die Zuschussförderung im Rahmen des Programms 431 (mit Ausnahme der Förderung für die qualifizierte Baubegleitung) einzustellen“, so Eske Ennen, Sprecherin der KfW-Bankengruppe. Allein im ersten Halbjahr 2010 wurden fünf Milliarden Euro für die Förderung von energetischer Sanierung und energieeffizientem Neubau vergeben. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3,7 Milliarden Euro. Die nun dem Rotstift zum Opfer fallenden Einzelmaßnahmen machten 20 Prozent des Gesamtfördervolumens aus.
Stichtag 31. August
Konkret betroffen sind die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken, die Erneuerung von Fenstern, der Einbau einer Lüftungsanlage und der Austausch der Heizung. Diese Einzelmaßnahmen wurden bislang per Zuschuss von bis zu 2.500 Euro oder zinsgünstigem Kredit gefördert. Wer noch etwas aus dem Fördertopf haben möchte, muss sich sputen. Bis zum 31. August 2010 kann noch ein Antrag gestellt werden.
Wer diesen Termin verpasst, soll jedoch nicht leer ausgehen. „Einzelmaßnahmen in der Sanierung fördert die KfW deshalb auch zukünftig über das eigene Förderprogramm 'Wohnraum Modernisieren' mit zinsgünstigen Krediten“, so Sprecherin Ennen. Zuschüsse gibt es allerdings bei diesem Programm keine, die Förderung erfolgt lediglich per Kredit, der zu nicht ganz so günstigen Konditionen wie beim „Energieeffizienten Sanieren“ vergeben wird.
Gestrichen wird ebenfalls die Sonderförderung beim „Energieeffizienten Sanieren“. Zu den förderfähigen Maßnahmen zählte das Ersetzen von Nachtspeicherheizungen und die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungsanlagen. Hier kann der Antrag noch bis zum 30. November 2010 gestellt werden, wenn die Schlussrechnung bis zum 31. August 2010 gestellt wurde. Ausnahme: Eine qualifizierte Baubegleitung wird weiterhin gefördert.
Gebeutelte Bauherren
Verbraucher, die etwas für die Energieeffizienz ihres Eigenheims tun wollen und dabei auf staatliche Förderung setzen, werden derzeit durch einen häufigen Kurswechsel gebeutelt. Gerade erst mussten sie ein Hin und Her bei der Förderung von Solarenergie und dem Marktanreizprogramm hinnehmen. Schlussendlich ist aber das Marktanreizprogramm nach starker Kritik immerhin wieder in Kraft getreten – wenn auch unter neuen Vorzeichen. Die Kürzung der Solarförderung wurde zum Teil auf später verschoben.
Protest lässt auch im Falle der Kfw-Förderung nicht auf sich warten. So meldeten sich bereits kritische Stimmen der Gewerkschaften und Bauwirtschaft. „Hier wird eines der wichtigsten Förderprogramme beschnitten, weil es zu erfolgreich ist. Das wird die Bundesregierung keinem Hausbesitzer, keinem Handwerker und keinem Umweltschützer in Deutschland erklären können“, sagt Klaus Wiesehügel, Bundesvorsitzender der IG Bau.
Ein noch stärkerer Andrang auf die Fördertöpfe ist für das kommende Jahr zu erwarten. Dann stellt nämlich die Bundesregierung erheblich weniger Mittel für die ökologische Sanierung zur Verfügung.