Wie lange eine Solaranlage warmes Wasser oder Strom liefern kann, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Auf 20 bis 25 Jahre taxieren einige Experten die durchschnittliche Lebensdauer, andere gehen von 30 bis 40 Jahren aus.
Wie lange eine Anlage tatsächlich reibungslos arbeitet, hängt sicher von der Qualität der Komponenten ab – aber auch von der Wartung und Pflege. Denn die Belastungen durch UV-Strahlen, Unwetter, Vogelkot oder auch Giftstoffen im Regen sind über die Dekaden erheblich.
Neu installierte Solaranlagen glitzern im Sonnenschein. Zellen oder Kollektoren sowie Zu- und Ableitungen sind sauber und arbeiten einwandfrei. Auch nach ein bis zwei Jahren hat sich am schmucken Auftritt wenig verändert. Verschmutzungen durch Ruß, Pollen oder Vogelmist sind nur schwer erkennbar. Moos und Flechten fallen beim Blick aus der Dachluke oder vom Garten kaum auf.
Doch der Schein trügt: Aufgrund ihrer exponierten Lage sind Kollektoren für die Warmwasserbereitung und
Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung extremen Bedingungen ausgesetzt und müssen gewartet sowie gepflegt werden. Lange haben Experten den Einfluss von Schmutz zwar unterschätzt. Doch mittlerweile wurde einwandfrei nachgewiesen, dass vor allem abgelagerte Schwebestoffe Solaranlagen empfindlich einschränken können.
Studien von Heinrich Häberlein (Berner Fachhochschule) zufolge kann Verschmutzung nach ein paar Jahren selbst bei extrem steil aufgestellten Modulen fast 14 Prozent Leistung kosten. Wer gar nicht säubert, büßt also sukzessive Wirkungsgrad ein und verkürzt die Lebensdauer seiner Anlage. Doch wann sollte eine Inspektion erfolgen und wie muss gereinigt werden?
Wartung der Anlage im Sommer
Grundsätzlich gilt: Wer bei seiner Photovoltaikanlage keine negativen Überraschungen wünscht, sollte sie einmal jährlich vom Fachmann kontrollieren lassen; und zwar am besten im Sommer, wenn das System die höchsten Erträge erzielt und Referenzwerte messbar sind. Geprüft werden sollten sowohl die Solarzellen, als auch die Wechselrichter beziehungsweise Pumpen. Häufig übernimmt der Hersteller als Service die jährliche Inspektion. Schon beim Kauf kann das vereinbart werden. Um die Betriebssicherheit sowie die Energieausbeute einer thermischen Solaranlage zu gewährleisten, empfiehlt sich eine Wartung alle drei bis fünf Jahre.