Solarstrom - rechnen sich Solaranlagen künftig noch?
Nach langem Ringen haben sich Bund und Länder im Vermittlungsausschuss auf eine Regelung zur Kürzung der Solarförderung geeinigt. Für Dachanlagen gibt es zunächst 13 Prozent und im Oktober noch einmal drei Prozent weniger - so dass am Ende doch die ursprünglich geplante Absenkung dabei rauskommt.
In den letzten Monaten galt die Devise: Wer noch von den vollen Fördersätzen für Solarstrom profitieren wollte, musste sich sputen. Denn Anlagen, die nach dem 1. Juli 2010 ans Netz gehen, hätten deutlich geringere Subventionen erhalten. Denn laut Beschluss der Bundesregierung vom 6. Mai 2010 sollen die Vergütungssätze für Freiflächenanlagen künftig nur noch 15 Prozent und bei Anlagen auf Konversionsflächen elf Prozent betragen. Solarstrom aus Anlagen auf ehemaligen Ackerflächen soll gar nicht mehr vergütet werden.
Länder befürchten Arbeitsplatzabbau
Eine Mehrheit im Bundesrat hatte das Gesetz zur Kürzung der Solarstromförderung jedoch gestoppt. Die Länderkammer beschloss die Anrufung des Vermittlungsausschusses. Grund: Die Ministerpräsidenten etwa von Brandenburg, Bayern, Sachsen oder auch Sachsen-Anhalt sehen durch die Subventionskürzung Tausende Arbeitsplätze der heimischen Solarindustrie bedroht. „Wir haben jetzt die Chance, uns weiterhin für eine moderate Absenkung der Einspeisevergütung starkzumachen“, erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers. Ziel sei es, den Abbau der Förderung auf zehn Prozent zu begrenzen.
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Foto(s): Zürich Gruppe Deutschland Norbert Millauer/ddp
Doch der Optimismus von Solarbranche und Investoren war verfrüht. Nach wochenlangem Streit zwischen Bund und Ländern bleibt es nun bei den Kürzungen - allerdings treten sie in vollem Umfang erst im Herbst in Kraft. Vorher wird milder gekürzt. Das bedeutet: Für Dachanlagen gibt es fortan rückwirkend zum 1. Juli 13 Prozent weniger. Um acht Prozent sinkt die Vergütung für Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen sowie um zwölf Prozent bei Anlagen auf anderweitigen Freiflächen (beispielsweise in Gewerbegebieten). In einem weiteren Schritt im Oktober dieses Jahres werden jeweils die weiteren drei Prozent gekürzt, so dass dann die Kürzungshöhe dem ursprünglichen Entwurf entspricht. Die Streichung der Vergütung für Anlagen auf ehemaligen Ackerflächen wird beibehalten. Das hat der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag beschlossen.
Solarstrom für Privathaushalte bleibt allerdings auch nach der weiteren Kürzung der Einspeisevergütung attraktiv. Zwar schätzt der Finanztest-Experte Jörg Sahr, dass die ursprünglich geplante Absenkung der Vergütung die Rendite um etwa zwei Prozentpunkte verringert.
Für eine typische Hausanlage für Solarstrom an einem Standort mit einer durchschnittlichen Sonneneinstrahlung würde die zu erwartende Rendite demnach nur noch fünf bis sechs Prozent betragen. Zum Vergleich: Eine Bundesanleihe mit einer Laufzeit von gut 20 Jahren (Wertpapierkennnummer 113517) wirft derzeit eine Rendite von unter vier Prozent ab – und das Zinspapier lässt sich jederzeit zum aktuellen Kurs zu Bargeld machen. Allerdings könnte die Photovoltaik-Anlage am Ende ihrer Nutzungsdauer aus zwei Gründen eine deutlich höhere Rendite aufweisen:
Zum einen betreffen die Kürzungen nur die Förderung für Solarstrom, den die Anlagenbesitzer in das öffentliche Netz einspeisen - nicht aber für den Eigenverbrauch. Daher lohnt sich in der Regel die Installation eines zweiten Stromzählers zur Dokumentation des Eigenverbrauchs.
Zum anderen dürften die Preise bei Anlagen für Solarstrom weiter sinken. So fielen die Anlagenpreise im zweiten Halbjahr 2009 nicht so stark, wie das der Preisrutsch bei den Solarmodulen eigentlich erwarten ließ. Verbraucherschützer vermuten, dass die Installateure ihre Gewinnspanne durch den großen Ansturm der Kunden ausdehnen konnten. Verringert sich die Nachfrage durch die niedrigere Förderung, werden wohl auch die Preise für Photovoltaik-Anlagen nachgeben. Derzeit liegen sie für eine typische Hausanlage bei ungefähr 3.000 Euro pro Kilowatt Maximalleistung.
Gelingt es nun, beim Einkauf deutliche Einsparungen zu erzielen, steigt die Rendite beim Solarstrom automatisch. Interessierte Eigenheimbesitzer sollten also unbedingt mehrere Angebote einholen.
Leserkommentare
20.01.2012 10:35 Uhr
Politischandersdenkender: Endlich
Die Solarzellen auf dem Dach sehen nicht nur unschön aus, sondern verteuern auch die Strompreise weil die Energiekonzerne verpflichtet sind die Solarenergie von den Privatleuten für einen überteuerten Preis abzunehmen. Außerdem Können sich solche Solarzellen überwiegend nur Leute Anschaffen die auch eine Haus besitzen, also nur die Besserverdienenden und die reichen Säcke. Die Leute aus der Unterschicht, die vielleicht nur eine normale Mietwohnung haben können mit so etwas nichts anfangen aber sind gezwungen diese hohen Stromprise hier in Deutschland zu bezahlen und das muss aufhören!
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