Nie Vorkasse-Tarife wählen
In dem Strom-Vergleichsrechner von biallo.de und Verivox war der Anbieter schon länger nicht mehr gelistet. Verbraucher sollten nicht nur aus dem aktuellen Anlass der Teldafax-Pleite bei der Suche nach einem Stromanbieter ungünstige Voreinstellungen in einem Vergleichsrechner, wie Vorauszahlungen oder Kautionszahlungen generell ausschließen,
worauf biallo.de regelmäßig hinweist. Wir haben die Voreinstellungen der für Verbraucher ungünstigen Merkmale wie etwa Vorkasse in unserem Stromtarif-Rechner daher unterdrückt.
Teldafax-Kunden können nun kündigen
Nachdem Teldafax angekündigt hat, die Strom- und Gaslieferung einzustellen, können Kunden nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ihren Vertrag kündigen. Dazu stellt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite einen
Musterbrief zur Verfügung. Allerdings weist sie darauf hin, dass es sinnvoll sein könne, mit der Kündigung noch abzuwarten, wenn eine größere Vorauszahlung geleistet wurde – in der Hoffnung, dass die Lieferung in Kürze wieder aufgenommen werde.
Nach der Kündigung können Kunden zu einem anderen Anbieter wechseln. Teldafax muss eine Abrechnung schicken. Dass noch Guthaben erstattet wird, halten Experten für nicht sehr wahrscheinlich. "Es bleibt Ihnen leider nichts übrig, als nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ihre Ansprüche bei Gericht anzumelden. Sie werden jedoch vermutlich – wenn überhaupt - nur eine geringe Quote erhalten", ist auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW zu lesen.
Weiterhin raten die Verbraucherschützer, dass mit dem Ende der Stromlieferung der Zählerstand dokumentiert werden solle. Nach der Kündigung müsse nicht mehr an Teldafax gezahlt werden. Daueraufträge sollten entsprechend gekündigt und Einzugsermächtigungen widerrufen werden. Beim Lastschriftverfahren können übrigens Zahlungen der letzten sechs Wochen zurückgebucht werden.
Nicht von neuerlichem Anbieterwechsel abhalten lassen
Mit dem Ende der Stromlieferung durch Teldafax werden Kunden automatisch vom örtlichen Grundversorger beliefert. Das ist jedoch in der Regel teurer. Trotz der negativen Erfahrung mit Teldafax empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW in einen günstigeren Tarif des Grundversorgers oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln.
Der Stromrechner von Biallo.de gibt einen stets aktuellen Überblick über die regional verfügbaren Tarife. Der Anbieterwechsel in drei Schritten:
1. Entscheidung treffen
Hat man einen oder mehrere in Frage kommende Anbieter gefunden, sollte man deren Vertrag und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen anfordern. Oft ist dies bereits über den Vergleichsrechner möglich. Dann heißt es selbstverständlich, genau das Kleingedruckte studieren. Tarife mit Vorauskasse und Kautionen sollten Tabu sein und einmalige Boni nicht überbewertet werden. Die Vertragslaufzeit sollte nicht länger als ein Jahr sein und die Kündigungsfrist bestenfalls lediglich einen Monat betragen. Von Vorteil ist eine Preisgarantie für eine Weile. Dabei sollte man jedoch darauf achten, worauf sich diese Garantie bezieht: Sind möglicherweise Steuern und Abgaben ausgenommen?
2. Vertrag ausfüllen
Ist die Entscheidung getroffen, schließen Sie den neuen Vertrag ab und erteilen dem neuen Anbieter eine Vollmacht, damit er den alten Tarif kündigen kann - sofern dies nicht nun schon geschehen ist. Benötigt wird der Name des alten Versorgers, Zähler- und Kundennummer sowie der Verbrauch des letzten Jahres. Der neue Anbieter sollte eine konkrete Zusage machen, wann die Stromlieferung beginnt.
3. Arbeiten lassen
Um alles Weitere kümmert sich der neue Anbieter. Sie brauchen nur noch abzuwarten, bis der Tarif umgestellt wird.