Die Zahl der Unternehmen, die Strom anbieten, ist 2008 angestiegen. Vom zunehmenden Wettbewerb können Verbraucher profitieren – wenn sie den günstigsten Anbieter wählen. Allerdings bestehen zwischen Regionen deutliche Preisunterschiede. Das sind zentrale Ergebnisse des „Energiemarktreports 2008“.
Mittlerweile können Stromkunden in Deutschland zwischen durchschnittlich 53 Anbietern wählen. Das sind 21 Prozent mehr als im Januar 2008, ermittelte das Energieportal Verivox.
Preise für Grundversorgung prüfen
Für Privatkunden kann sich der zunehmende Wettbewerb auszahlen: Wenn sie wechseln. Wer beim günstigsten Stromanbieter einen Vertrag unterschreibt, spart heute laut Verivox im Schnitt 270 Euro – 42 Euro mehr als noch zu Beginn des Jahres 2008.
Das heißt unter dem Strich: Obwohl die Strompreise 2008 anzogen, ließ sich durch einen billigen Lieferanten das Portemonnaie schonen. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Regionen in Deutschland: Extrem teuer ist der Strom laut Verivox-Studie nach wie vor in Franken, im Süden Baden-Württembergs oder auch in Ostdeutschland.
Große regionale Preisunterschiede
In weiten Teilen Sachsens etwa muss ein Durchschnittshaushalt bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr seinem Grundversorger über 800 Euro überweisen (Stichtag 1.1.2009). In einigen Regionen Nordrhein-Westfalen sowie Bayerns ist Energie aus der Steckdose hingegen besonders günstig zu haben: Hier sind weniger als 650 Euro pro Anno für die gleiche Strommenge fällig (siehe Grafik: Preisniveau Grundversorgung). So unterschiedlich der Aufwand für Strom ist, so stark variierten im vergangenen Jahr auch die Preissteigerungen: Während die Stromkosten deutschlandweit in der Grundversorgung nach Angaben von Verivox um rund vier Prozent anstiegen, verlangten etwa die Stadtwerke Weißenfels in Sachsen-Anhalt satte 37 Prozent mehr.
Alternative Anbieter günstig
Insgesamt belegt der Verivox-Report, dass die vor Ort etablierten Stromversorger – also die Stadtwerke – in der Regel teurer sind, als alternative Anbieter. Dazu gehören relativ junge Konkurrenten wie Yello Strom, TelDaFax, Lichtblick, Flexstrom oder auch Greenpeace Energy. Ihre Preise sind 2008 bundesweit sogar um 0,9 Prozent gesunken. Betrachtet man allerdings nur solche Anbieter, die zwölf Monate Vorauskasse für Stromlieferungen verlangen, sind die Preise 2008 sogar um neun Prozent zurückgegangen. Verbraucherschützer sehen Verträge mit Vorkasse allerdings skeptisch und raten, zumindest die Bonität des jeweiligen Unternehmens zu prüfen.