„Solarstrom ist gut und wichtig, aber der finanziellen Förderung müssen Grenzen gesetzt werden“, sagt VZBV-Vorstand Gerd Billen. Nur für das kommende Jahr sagt der Verbraucherzentrale Bundesverband zusätzliche Strompreiserhöhungen um zehn Prozent voraus.
Boom hält bei Solaranlagen an
Die VZBV-Prognose stützt sich auf den erwarteten Zubau neuer Photovoltaikanlagen. 2009 wurden Kapazitäten von über mindestens 3.800 Megawatt installiert, doppelt so viele wie im Jahr davor. Für 2010 erwarten Experten acht- bis zehntausend Megawatt, 2011 sogar zwischen 15.000 und 20.000 Megawatt. Fakt ist: Laut Bundesumweltministerium wird derzeit die Hälfte der weltweit installierten Photovoltaikleistung in Deutschland errichtet. Ein wesentlicher Grund dafür: Die Subventionierung durch die Stromkunden. Denn für jede Kilowattstunde, die Solarstromerzeuger ins Netz leiten, erhalten sie eine über 20 Jahre garantierte Gebühr – die sogenannte Umlage nach dem Erneuerbaren Energiegesetz (EEG). Bis 2030 könnte diese EEG-Umlage Stromverbraucher laut Umweltministerium 67,5 Milliarden Euro kosten, andere Rechnungen gehen sogar von fast 100 Milliarden Euro aus.
Ganz genau hat der Bundesverband Verbraucherzentrale gerechnet: Demnach verbraucht ein Musterhaushalt etwa 4.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Die Kosten dafür liegen derzeit bei einem kWh-Preis von 23 Cent bei 920 Euro. Durch die steigende EEG-Umlage würden sich die Ausgaben 2011 um 95 bis 120 Euro steigern, was einer zweistelligen Strompreiserhöhung gleichkommt. „Diese Mehrkosten müssen Verbraucher zusätzlich zu den ohnehin zu erwartenden Strompreiserhöhungen schultern", erläutert VZBV-Vorstand Gerd Billen. Dass Strom auch unabhängig vom Preisauftrieb durch die EEG-Umlage kostspieliger wird, bestätigt Jürgen Großmann. Mitte April sagte der Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE: „Kurzfristig kann die Erzeugung immer wieder mal günstiger werden, aber langfristig wird Energie teurer."
Wer diesem Trend zumindest teilweise entgehen möchte, sollte seine Lieferbedingungen für Strom regelmäßig prüfen und gegebenenfalls wechseln. Tatsache ist: Noch immer beziehen die meisten privaten Haushalte hierzulande den eher teuren Grundtarif-Strom von den örtlichen Stadtwerken. Dabei zeigt ein Preisvergleich mit dem
, dass alternative Anbieter in der Regel weit günstiger sind. Zwar wird der deutsche Energiemarkt noch immer von den großen Produzenten Eon, RWE, Vattenfall und ENBW dominiert, doch es haben sich längst etliche Unternehmen etabliert, die günstige Tarife bieten. Zudem ist ein Anbieterwechsel heute sicher und unkompliziert. Verbraucher müssen sich nur einen neuen Versorger suchen und den Vertrag abschließen. Alles Weitere erledigt der neue Anbieter. Kosten fallen dabei ebenso wenig an wie ein Risiko, nach dem Wechsel ohne Strom dazustehen.