
Per Wärmebild Energielecks am Haus entdecken
Der Winter ist die ideale Zeit, um Energielecks an Häusern zu finden. Entfleucht Wärme schleichend durch Dach, Fenster, Türen oder Fassade, fällt das erst einmal nur an hohen Heizkosten auf. Doch wohin genau das Geld verschwindet, lässt sich recht einfach entdecken – durch eine sogenannte Thermographie.
Wärme wird auf drei Arten übertragen: per Wärmestrahlung, Konvektion und Wärmeleitung. Thermographie macht Wärmestrahlung auf Oberflächen etwa an oder in Gebäuden sichtbar. Dazu erfassen spezielle Infrarotkameras die Temperaturoberflächen und stellen sie grafisch, das heißt mit unterschiedlichen Farben dar. Das Prinzip ist recht einfach: Alle Gegenstände mit einer Temperatur über Null Grad Celsius geben Infrarotstrahlen ab; je wärmer diese sind, desto mehr strahlen sie. Das lässt sich ablichten: Wo Rot etwa an Häuserfassaden intensiv leuchtet, besteht hoher Energieverlust. Gelbe und grüne Farben zeigen einen mittleren Wärmeschwund. Blaue Bereiche weisen auf einen kalten und damit gut isolierten Gebäudeteil hin.
Dächer sind typische Wärmebrücken
„Thermographien sind sinnvoll, um einen Eindruck vom energetischen Zustand eine Gebäudes zu bekommen“, sagt Achim Fischer von der Verbraucherzentrale NRW. Denn sie geben Hinweise, wo sich durch Sanierung Energie sparen lässt. Mangelhafte Isolierung, Bausünden oder schlicht altes Material sind häufige Ursachen für Brücken an Häusern, die Wärme und damit Energie von innen nach außen leiten. Ein typisches Leck ist das Dach: Ist es ungenügend gedämmt, macht sich viel Wärme auf und davon; vor allem, wenn auch der Dachboden schlecht abgedichtet ist. Ist etwa die Bodenkante zur Wand nicht luftdicht verriegelt oder ragen Heizungsinstallationen ohne Isolation in den Raum, verduftet Wärme auch aus den Geschossen darunter.
Zudem zeigen sich Fenster, Rollladenkästen sowie Fassaden auf Thermographiebildern oft dramatisch rot. Immerhin gehen Experten zufolge durch normales Mauerwerk bis zu zwei Watt Energie pro Quadratmeter verloren. Mit moderner Dämmung lässt sich das fast gänzlich vermeiden. Auch schlecht isolierte Heizungs- sowie Steigleitungen in Außenwänden oder Wanddurchbrüche – etwa Befestigungsbolzen von Heizkörpern – erwärmen die Außenluft gleich mit und sorgen so unbemerkt für satte Energiekosten.