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Wärmepumpen-Heizung

Das umgekehrte Kühlschrank-Prinzip

01.11.2009 17:00
Von Matthias Kutzscher
Heizung Wärmepumpe Öko-Heizung Energie Umwelt schonen Finanzportal Biallo.de
Hohe Energiepreise und staatliche Förderprogramme führen zu einem Boom von Öko-Heizungen. Neben Solaranlagen werden Systeme mit Wärmepumpen immer beliebter. Wärmepumpen-Heizungen nutzen Energie umweltschonend und günstig aus Boden und Luft, um Wohnungen und Eigenheime behaglich zu machen.
Die deutschen Hausbesitzer installierten im vergangenen Jahr mehr als 300.000 neue Öko-Heizungen. Davon waren 62.500 sogenannte Wärmepumpenanlagen. Damit sei bereits jede zehnte neue Heizung 2008 eine Wärmepumpe, teilte der Bundesverband Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) mit. Und 2009 hält der Boom an: Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise wurden nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BFA) bis Juli weitere 22.000 Wärmepumpen-Heizungen in Eigenheimen aufgestellt. Doch warum entscheiden sich immer mehr Verbraucher für diesen Heizungstyp? Die Gründe sind klar: Das System arbeitet umweltschonend und spart Energiekosten. Doch was genau ist eine Wärmepumpen-Heizung?
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Drei System-Varianten

Alle Wärmepumpen funktionieren wie Kühlschränke, nur umgekehrt: Bei einem Kühlschrank wird die Wärme aus dem Lagerraum entzogen und nach außen geleitet. Die Wärmepumpe entzieht Wärme aus der Außenluft, dem Wasser, dem Erdreich oder der Abluft von Häusern und führt sie zur Heizungsanlage. Was bei einem Kühlschrank also ein Abfallprodukt ist, stellt für die Wärmepumpe das Ziel dar: Wärme. Aus drei System-Varianten können Modernisierer und Häuslebauer wählen: Luft-/Wasser-, Sole-/Wasser- oder Wasser-/Wasser-Wärmepumpe.

Die Luft-/Wasser-Wärmepumpe:
Sie gewinnt aus der Luft um das Haus herum Energie. Ein Ventilatorsystem saugt die Frischluft an und leitet die Wärmequelle weiter. Im geschlossenen Kreislauf der Wärmepumpe zirkuliert ein Kältemittel, das der Luft dann in einem sogenannten „Verdampfer“ die überschüssige Wärmeenergie entzieht. Hat die Luft ihre Wärme abgegeben, wird sie kalt wieder nach draußen geleitet. Ein Problem dieser Heizungsart sind jedoch die hohen Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter. Je weiter die Temperaturen sinken, desto geringer ist auch die Heizleistung der Pumpe. Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe kann dafür recht einfach eingebaut werden und eignet sich daher für Modernisierung und Sanierung.

Die Wasser-/Wasser-Wärmepumpe: Dieses System nutzt die Wärme des Grundwassers. Vorteil: Grundwasser ist eine ideale Wärmequelle, weil auch im Winter die Temperatur mit rund neun Grad Celsius konstant bleibt. Also bleibt auch der Wirkungsgrad der Anlage konstant. Nachteile sind, dass ausreichend Grundwasser vorhanden sein muss, und dass man eine relativ große Grundstücksfläche benötigt, um der Erde mit Rohrschlangen die Wärme abzuzapfen. Hinzu kommt: Das Wasserwirtschaftsamt muss eine Genehmigung für das Brunnenbohren erteilen.
Die Sole-/Wasser-Wärmepumpe: Hier liefert die Erde Energie. Dafür werden Sonden im Boden installiert, die Wärme aus der Tiefe bis zum Haus liefern. Vorteil ist die geringe Temperaturschwankung der Erdwärme. Daher bleibt auch die Heizkraft der Anlage über das ganze Jahr annähernd gleich. Im Sommer lässt sich diese Wärmepumpe sogar als Kühlanlage verwenden. Allerdings sind die Erdarbeiten für die Versenkung der Wärmesonden recht aufwändig und das System daher vergleichsweise teuer.

Wie teuer aber sind die Systeme unter dem Strich? „Eine Wärmepumpe samt Einbau kostet ohne die Wärmequellenerschließung in einem Standard-Einfamilienhaus etwa 11.000 bis 13.000 Euro“, sagt Karl-Heinz Stawiarski vom Bundesverband Wärmepumpe. Doch das ist nicht alles: Bei Erdwärmepumpen sind zusätzlich Erdarbeiten und die Verlegung von Kollektoren oder Sonden fällig. Auch die Arbeiten für eine Grundwasser-Wärmepumpe können recht aufwändig sein. Das heißt: Abhängig von Heizleistung und Anlagenform müssen insgesamt zwischen 11.000 und 20.000 Euro kalkuliert werden, will man ein Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern Wohnfläche mit einer Wärmepumpe ausstatten.

Bei Neubauten gilt allerdings: Kamin, Öltank oder Gasanschluss braucht es nicht. Zudem fallen bei Wärmepumpen nur noch die Hälfe der Energiekosten an. Zusätzlich locken KfW-Förderprogramme des Bundes, finanzielle Anreize von Ländern und Kommunen sowie Sonderkonditionen von Energieversorgern für Wärmepumpen-Strom. Wird die Förderung voll ausgeschöpft dürfte eine Wärmepumpenheizung heute in etwa so teuer sein wie eine moderne Gas-Brennwertanlage. Außerdem macht man sich laut Karl-Heinz Stawiarski unabhängig von Preisschwankungen bei Öl und Gas.
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Leserkommentare

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02.09.2009 21:11 Uhr
Ulrich: Wärmepumpen
Woher bekommen Wärmepumpen die Energie zum Betrieb? Warscheinlich aus Strom. Wo kommt der Strom her? Überwiegend aus Kohle, Atom, Gas und sonstiger Primärenergie. Der Wirkungsgrad zu Stromgewinnung beträgt ca. 30 Prozent. Die Ökobilanz ist niederschmetternd. Was machen dann 10 Millionen Wärmepumpen? Viele Atomkraftwerke? Das ist die Absicht der Stromindustrie. Da sollte das Denken anknüpfen
Foto: colourbox.com ID:2848
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