Die aktuelle Goldhausse katapultierte den Preis für eine Feinunze stellenweise über die Rekordmarke von 1.900 US-Dollar. Analysten trauen dem Edelmetall weitere Kurssprünge zu: In absehbarer Zeit könnte die Marke von 2.000 Dollar durchbrochen werden.
Bei aller Euphorie sollten Anleger aber nicht vergessen, dass der Goldpreis stark von Spekulation getrieben ist. Senken Händler, Fondsmanager und Spekulanten den Daumen, kann es mit der goldenen Herrlichkeit schnell vorbei sein. Gold-Indexfonds (ETFs) und Gold-ETCs (Zertifikate), die ausschließlich die Wertentwicklung des Goldpreises nachbilden, können dann schnell an Wert verlieren. Weniger stark vom Goldpreis abhängig sind hingegen Gold und Edelmetall-Aktienfonds. Diese aktiv gemanagten Portfolios setzen auf Unternehmen und Minenkonzerne, die in der Goldgewinnung und -verarbeitung tätig sind. Hier kommt es weniger auf den reinen Goldpreis an als vielmehr auf die erzielten Unternehmensergebnisse. Auch bei sinkendem Goldpreis kann ein Minenunternehmen gute Geschäfte machen und damit seinen Wert sowie seinen Aktienkurs steigern. Abkoppeln von den Edelmetallpreisen können sich solche Fonds allerdings nicht, zudem besteht bei Aktienfonds stets ein unternehmerisches Risiko.
Einer der ältesten Edelmetall-Aktienfonds am deutschen Markt ist der österreichische
PIA Gold Stock A (AT0000857040). Vor 26 Jahren aufgelegt, orientiert sich der von Pioneer Funds Austria gemanagte, internationale Aktienfonds am AMEX Gold Miners Index. Dieser Index umfasst hauptsächlich Bergbauunternehmen, die mit dem Abbau von Gold und anderen Edelmetallen beschäftigt sind. Der PIA Stock A ist zu fast 100 Prozent in Minenaktien investiert. Größte Länderallokation ist Kanada mit über 50 Prozent Aktienanteil, gefolgt von afrikanischen und US-amerikanischen Konzernen. Ein geringer Aktienanteil von etwa fünf Prozent entfällt auf australische Unternehmen. Zu Absicherungs- und Renditezwecken kann der Fonds teilweise in Derivate investieren.
Stärken: Das Fondsmanagement versucht Risiken breit zu streuen und investiert deshalb auch in neuere Lagerstätten in Lateinamerika und Asien. Positiv sind die Langzeiterfahrung des Managements und die guten Branchenaussichten: Gold und andere Edelmetalle sind seit Jahren sehr gefragt, und solange die Schuldenproblematik der westlichen Länder ungelöst ist, dürfte sich daran nur wenig ändern. Der Fonds schüttet erzielte Erträge an Anleger aus. Beim PIA Gold Stock beeindrucken vor allem die langfristigen Wertzuwächse: die Drei-, Fünf- und Zehnjahresrenditen gehören mit plus 20, 7 bzw. 13 Prozent zu den besten dieser Assetklasse. Seinen Vergleichsindex, den Amex Gold Miners Index, sowie den FIAP Aktienindex Rohstoffe konnte der Fonds zuletzt outperformen. Die Gesamtkostenquote von 1,66 Prozent zählt zu den günstigeren dieser Fondskategorie.
Schwächen: Das Fondsrisiko ist überdurchschnittlich, weil Rohstoffaktien sehr schwankungsanfällig sind. Zudem lauern wegen der hohen Anzahl ausländischer Investitionen Währungskursrisiken.
Fazit: Der PIA Gold Stock ist für risikobereite Investoren mit gutem Markttiming empfehlenswert. Die Anlagedauer kann sowohl kurzfristig sein, zur Erzielung von Spekulationsgewinnen, als auch langfristig, zur Erzielung von Vermögenszuwächsen. Wer auf eine anhaltende Goldhausse setzt, hat gute Gewinnchancen. Positiv: Der Fonds erhebt keine erfolgsabhängige Managementvergütung. Fondssparpläne sind nicht möglich.
Tipp: Unser
Fondskauf-Rechner zeigt, wo der Fonds aktuell mit Rabatt erhältlich ist. Derzeit berechnet zum Beispiel 1822 Direkt nur 2,0 Prozent Ausgabeaufschlag, Comdirect und
ING-Diba verlangen 2,5 Prozent vom Anlagebetrag.