Berufstätige haben meist keine Zeit, sich tagsüber um das Börsengeschehen zu kümmern. In unsicheren Zeiten mit rasch schwankender Börsenstimmung kann sich dies als Nachteil erweisen. Erleidet zum Beispiel eine Aktie wegen negativer Nachrichten einen plötzlichen Kurseinbruch, können mühsam angesparte Gewinne blitzschnell verloren sein. Selbst große Dax-Werte erlitten in zurückliegenden Jahren immer wieder Kurseinbrüche von 30 Prozent und mehr.
Stop-Loss-Marken: Damit sich Gewinne nicht von einem auf den anderen Augenblick in Luft auflösen, bieten Banken sogenannte Stop-Loss-Marken. Dabei wird für jedes Börsenpapier eine Wertgrenze unterhalb des aktuellen Kurses festgelegt, bei deren Unterschreiten das Papier automatisch verkauft wird. Bei einem starken, unverhofften Crash sichert der schnelle Verkauf der Aktie einen Großteil der erzielten Gewinne.
Beweglicher Stopp steigert Ertrag
Stop-Loss-Marken setzen eine aktive Marktbeobachtung des Anlegers voraus. Steigen die Kurse kontinuierlich nach oben, sollten Depotbesitzer ihre Stopps ebenfalls anheben, um neu hinzugekommene Gewinne abzusichern. Wird das Angleichen der Stopps vergessen, vergrößert sich mit der Zeit die drohende Verlustspanne. Einen bequemen und einfachen Weg, Stopps nachzuziehen, bieten bewegliche Stopps wie sie etwa der Onlinebroker Comdirect oder die ING Diba anbieten. Dabei wird das gewählte Stop-Loss-Limit automatisch und regelmäßig der Wertentwicklung der Aktie im gewünschten Abstand angepasst.
Beispiel: Ein Anleger kauft eine Aktie für 50 Euro; er möchte einen möglichen Verlust auf fünf Euro begrenzen, Gewinne jedoch laufen lassen. Die Trailing-Stop-Order wird mit einem anfänglichen Stopp-Limit von 45 Euro versehen, der Trailing-Abstand auf fünf Euro festgelegt. Fällt die Aktie um fünf Euro auf 45 Euro, greift automatisch die Stop-Loss-Order und das Papier wird verkauft. Steigt das Papier auf 60 Euro, wird die Stop-Loss-Order automatisch auf 55 Euro nachgezogen. Fällt das Papier jetzt um fünf Euro, wird die Aktie automatisch bei 55 Euro verkauft. Alternativ zur Euro-Angabe ist auch eine prozentuale Abstandsfestlegung möglich.
Das Prinzip funktioniert auch umgekehrt: Stop-Buy-Limit
Positiv: Bewegliche-Stopps sind auch für Kauforders möglich. Hier wird das Stop-Buy-Limit entsprechend nach unten angepasst. Dies ist sinnvoll, wenn Anleger zwar in einen steigenden Markt investieren wollen, zwischenzeitlich aber mit einem leichten Kursrückgang rechnen. Dann wird der Kaufauftrag erst ausgelöst, wenn die Marktschwäche überwunden ist und die Aktie wieder steigt. Der Kursrückgang bewirkt, dass das Stop-Buy-Limit ebenfalls sinkt - der gewünschte Abstand zur Auslösung der Kauforder bleibt aber gleich.
Beispiel: Aktienkurs 90 Euro, gewünschter Kaufkurs zehn Euro darüber, also bei 100 Euro. Ein zwischenzeitlicher Rückgang des Aktienkurses auf 85 Euro bewirkt, dass die Stop-Buy-Order nun bei einem Aktienpreis von 95 Euro ausgeführt wird. Vorteil: Der Wertpapierkäufer erzielt einen günstigeren Einstandspreis.