
Unternehmensanleihen locken mit bis zu zweistelliger Rendite
Als Alternative zu Aktienanlagen stehen Unternehmensanleihen derzeit hoch im Kurs. Manche Papiere locken mit zweistelligen Renditen - entsprechend hoch ist die Nachfrage. So hat sich der Umsatz mit Unternehmensanleihen an der Börse Stuttgart von 2007 auf 2008 mehr als verdoppelt. Viele Fondsmanager halten die sogenannten Corporate-Bonds für die attraktivste Anlageform im Jahr 2009.
Diese Attraktivität hat Gründe. „Unternehmensanleihen zahlen am Ende der Laufzeit das angelegte Kapital zu 100 Prozent zurück“, erklärt Sabine Traub, Leiterin des Anleihehandels der Börse Stuttgart. Lediglich bei einem Konkurs könne der Einsatz in Gefahr geraten. Als Gläubiger werden Anleihebesitzer jedoch vorrangig bedient. Im Pleitefall gehen sie im Gegensatz zu Aktionären nur selten leer aus. Außerdem erhalten Anleger regelmäßig Zinsen. „Die Höhe der Zinszahlung ist festgeschrieben, das macht die Rendite gut kalkulierbar“, so Traub.
Je besser die Bonität, desto weniger Zinsen
Als Grundregel gilt, je weniger Bonität ein Unternehmen genießt, desto höhere Zinsen muss es bieten, damit die Anleihe Käufer findet. Die Bonität bewerten unabhängige Rating-Agenturen wie Standard & Poors. A-Ratings (AAA, AA+, A+) gelten als besonders sicher. Ab einem Rating mit der Note B steigt das Ausfallrisiko. Die Wirtschaftskrise verstärkt den Zinsdruck. Viele Konzerne ködern Anleger mit hohen Zinskupons mit teilweise bis zu neun Prozent.
Neben der Verzinsung beeinflusst der Kurswert die Rendite. Zum Börsenstart notieren Anleihen zum Kurs von 100 Prozent, der anschließende Handel bedingt Kursschwankungen. Zum Laufzeitende nähert sich der Kurs wieder 100 Prozent an. Werden die Papiere bis zum Schluss gehalten, entspricht die Rendite dem Anleihezins. Schlechte Wirtschaftsnachrichten oder steigende Leitzinsen können den Kurs jedoch drücken. Wer dann verkauft, erhält den aktuellen Kurswert. Folge: Die Rendite sinkt unter die eigentliche Verzinsung.
Rendite je nach Kurswert
Beispiel: Ein Investor kauft eine Anleihe zum Nominalwert von 1.000 Euro. Fällt der Kurs auf 90 Prozent, bringt der Verkauf 900 Euro – ein Minus von zehn Prozent. Zahlt die Anleihe sechs Prozent Zinsen, verbucht der Anleger bei zwölf Monaten Laufzeit unterm Strich einen Verlust von vier Prozent oder 40 Euro. Umgekehrt kann der Kurs aber auch steigen, etwa auf 110 Prozent. Dann erzielen Verkäufer einen Kurs- und Zinsgewinn von 16 Prozent. Tipp: Die Börse Stuttgart bietet auf ihren Internetseiten einen entsprechenden Renditerechner.