Der so genannte Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreis-Effekt) spielt bei Fondssparplänen eine große Rolle: Sparer erwerben Fondsanteile dank regelmäßiger Anlage eines gleich hohen Geldbetrags zu günstigen Einstandspreisen. Der Grund: Bei hohen Kursen kauft man wenig Fondsanteile, weil ein Anteil viel kostet; bei niedrigen Kursen erwirbt man mehr Fondsanteile, weil ein Anteil wenig kostet. Steigen die Kurse im Lauf der Zeit an, so puschen die vielen, günstig erworbenen Anteile die Gesamtrendite. Der Kostenvorteil kann auch bei stagnierenden Börsenkursen positiv wirken.
12 Prozent Rendite ohne Kurswachstum
Beispiel: Ein Anleger kauft jeden Monat für 100 Euro Fondsanteile. Die Anteilspreise schwanken monatlich zwischen 10 und 20 Euro. Im ersten Monat erwirbt der Anleger 10 Anteile zu je 10 Euro, im zweiten Monat 5 Anteile zu je 20 Euro. Das Wechselspiel läuft ein Jahr lang hin und her. Nach zwölf Monaten hat der Sparer je 6 Mal teuer und je 6 Mal billig Fondsanteile gekauft. Der durchschnittliche Kaufpreis eines Anteils beträgt exakt 15 Euro; insgesamt wurden 90 Anteile erworben.
Ergebnis: Kostet ein Anteil am Jahresende 15 Euro, also genau den Mittelwert, so hat der Anleger trotz ausgebliebener Wertsteigerung aus der Investitionssumme von insgesamt 1.200 Euro einen Kapitalbetrag von 1.350 Euro erwirtschaftet (90 x 15 Euro). Das bedeutet: Allein der Cost-Average-Effekt hat ihm eine Bruttorendite von 12,5 Prozent beschert.