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Cost-Average-Effekt

Wie erreicht man auch bei stagnierenden Börsen einen Renditevorteil?

30.09.2011 08:00
Von Max Geißler
Fondssparpläne profitieren von gleichbleibenden Sparbeiträgen, weil man Fondsanteile unterm Strich besonders günstig erwirbt. Das Prinzip funktioniert nicht nur in Börsen-Boomphasen.
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Der so genannte Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreis-Effekt) spielt bei Fondssparplänen eine große Rolle: Sparer erwerben Fondsanteile dank regelmäßiger Anlage eines gleich hohen Geldbetrags zu günstigen Einstandspreisen. Der Grund: Bei hohen Kursen kauft man wenig Fondsanteile, weil ein Anteil viel kostet; bei niedrigen Kursen erwirbt man mehr Fondsanteile, weil ein Anteil wenig kostet. Steigen die Kurse im Lauf der Zeit an, so puschen die vielen, günstig erworbenen Anteile die Gesamtrendite. Der Kostenvorteil kann auch bei stagnierenden Börsenkursen positiv wirken.
 
12 Prozent Rendite ohne Kurswachstum

Beispiel: Ein Anleger kauft jeden Monat für 100 Euro Fondsanteile. Die Anteilspreise schwanken monatlich zwischen 10 und 20 Euro. Im ersten Monat erwirbt der Anleger 10 Anteile zu je 10 Euro, im zweiten Monat 5 Anteile zu je 20 Euro. Das Wechselspiel läuft ein Jahr lang hin und her. Nach zwölf Monaten hat der Sparer je 6 Mal teuer und je 6 Mal billig Fondsanteile gekauft. Der durchschnittliche Kaufpreis eines Anteils beträgt exakt 15 Euro; insgesamt wurden 90 Anteile erworben.
 
Ergebnis: Kostet ein Anteil am Jahresende 15 Euro, also genau den Mittelwert, so hat der Anleger trotz ausgebliebener Wertsteigerung aus der Investitionssumme von insgesamt 1.200 Euro einen Kapitalbetrag von 1.350 Euro erwirtschaftet (90 x 15 Euro). Das bedeutet: Allein der Cost-Average-Effekt hat ihm eine Bruttorendite von 12,5 Prozent beschert.
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Verbraucherschützer kritisieren zwar, dass der Kostenvorteil des Cost-Average-Effekts nur fiktiver Natur sei, da kein Anleger das Gegenstück praktiziere, nämlich den regelmäßigen Kauf gleich vieler Fondsanteile. Doch auch ein entsprechender Praxistest endet zugunsten des Cost-Average-Effekts: Der Fondsbranchenverband BVI hat die Probe aufs Exempel gemacht. Die Fondsexperten stellten Anleger A mit Anleger B gegenüber. Beide investieren jeden Monat 100 Euro, Anleger A kauft dafür soviel Anteile wie er bekommen kann, Anleger B kauft stets 3 Fondsanteile.
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Rechnung: Im ersten Monat kostet ein Anteil 25 Euro. A erhält vier Anteile, B kauft drei Anteile für 75 Euro. Im 2. Monat kostet ein Anteil 40 Euro. A bekommt 2,5 Anteile, B kauft wiederum 3 Anteile für 120 Euro. Im dritten Monat kostet ein Anteil 33,3 Euro. A erhält exakt 3 Anteile, B kauft für 99,9 Euro ebenfalls 3 Anteile. Im Monat vier steht der Fondspreis erneut bei 40 Euro. A erhält wiederum 2,5 Anteile, B kauft wieder 3 Anteile zu 120 Euro. Ergebnis: Nach vier Monaten besitzen beide exakt 12 Fondsanteile. Doch während Anleger A dafür insgesamt nur 400 Euro gezahlt hat, musste B 414,90 Euro hinlegen. Der durchschnittliche Preis eines Fondsanteils betrug bei A 33,33 Euro, bei B 34,58 Euro – ein klarer Kostenvorteil für A und damit für den Cost-Average-Effekt.
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