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21.06.2011 16:26

Durchblick im Fondsdschungel

Was bedeutet BRIC, BRICK oder BRICSAM?

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Mancher Fondsname stellt Anleger vor Rätsel. Doch kryptische Kürzel entpuppen sich häufig als logisches Wortspiel - ein Entwirrungsversuch bei Schwellenländer-Fonds.
Durchblick im Fondschungel Was bedeutet BRIC, BRICK oder BRICSAM? Finanzportal Biallo.de
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Begriffs-Wirrwarr finden Anleger häufig bei sogenannten Schwellenländer-Fonds. In den Emerging-Markets herrscht nicht nur große Bewegung an den Börsen, sondern auch hohe Dynamik bei Wachstum und Entwicklung. Länder wie China und Indien zählen heute bereits zu den wirtschaftlich stärksten Nationen der Erde, andere wie Brasilien oder Südkorea sind auf dem Sprung. Auf Grund hoher Wachstumsraten sind die Schwellenländer in den letzten Jahren verstärkt in den Focus von Anlegern und Fondsmanagern gerückt. Zweistellige Kursgewinne über Jahre waren für Fonds und andere Wertpapiere keine Seltenheit.

Anlegern steht heute eine Vielzahl von Investmentfonds zur Verfügung, um die Investitionschancen in Schwellenländern zu nutzen. Zur Verbesserung der Renditechancen fassen Fondsmanager gern verschiedene Wachstumsmärkte in einem Portfolio zusammen. Sie erhoffen sich davon geringere Risiken und eine nachhaltigere und stabilere Wertentwicklung als wenn nur auf ein Land gesetzt wird. Schließlich kann die Dynamik mehrerer Länder Flauten und Wachstumsdellen in einem Land oder einer Region gut abfedern. Ein Überblick über die wichtigsten Länderkörbe:
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BRIC: Die wohl bekannteste Länderkombination für Schwellenländerfonds versteckt sich hinter dem Kürzel BRIC. Die Abkürzung steht für die Anfangsbuchstaben der Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Urheber des Kürzels ist der amerikanische Investmentbanker Jim O’Neill, der es 2001 in den Markt einführte. BRIC-Fonds setzen vorrangig auf Aktien der vier größten Schwellenländer, die rund 40 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren und die mehr und mehr das Wachstumstempo der Weltwirtschaft mitbestimmen. Beispiele für erfolgreiche Fonds sind der ISI BRIC Equities (ISIN DK0016284888), für den die Biallo Topfonds-Liste „Emerging Market/BRIC“ eine Fünfjahresrendite von 6,6 Prozent ausweist. Weitere Beispiele sind der KBC Equity Fund BRIC (ISIN BE0946137966) mit einer Rendite von 4,0 Prozent, der Dexia Equity B BRIC (ISIN BE0948469037) mit einem Zehnjahreszuwachs von über acht Prozent p.a. sowie der DWS Invest BRIC Plus (ISIN LU0210301635) mit einer Dreijahresrendite von über zwanzig Prozent.

BRICK: Fonds mit diesem Kürzel setzen nicht etwa auf Hersteller von Ziegelsteinen oder Baustoffen. Vielmehr handelt es sich um die zuvor genannten BRIC-Staaten ergänzt durch (Süd-)Korea. Südkorea gehört längst zu den etablierten Industrienationen der Welt, verzeichnet aber – anders als die westlichen Industrieländer – deutliche höhere Wachstumsraten und liegt zudem in einer typischen Schwellenländer-Region. Insofern passt das Land sehr gut zum BRIC-Konzept. In seltenen Fällen steht das K im Fondsnamen nicht für Korea, sondern für Kazachstan. Hierbei wird Kazachstan in der Rolle als großer Energielieferant gewürdigt sowie als geopolitisches Bindeglied zwischen Asien und Europa. Beispiele für BRICK-Fonds mit koreanischer Beteiligung sind der ESPA Stock BRICK (ISIN AT0000506324, Dreijahresperformance 19,8 Prozent) oder der AXA World Funds Framlington Talents Brick (ISIN LU0227146197, Dreijahreszuwachs 28 Prozent).

BRIICS und BRICSAM: Diese Fondskonzepte greifen etwas weiter, denn sie umfassen neben den etablierten Schwellenländern, weitere, auf dem Sprung stehende Nationen. So steht das zweite "I" für Indonesien, das "S" für Südafrika und das "M" für Mexiko. Alle genannten Länder zeichnen sich durch meist überdurchschnittliche Zuwachsraten und vergleichsweise liberale marktwirtschaftliche Strukturen aus. Das Kürzel "A" symbolisiert kein einzelnes Land, sondern repräsentiert die Gruppe der ASEAN-Staaten. Dabei handelt es sich um den Verband Südostasiatischer Nationen, denen neben Thailand, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Singapur auch Vietnam, Laos, Kambodscha und Myanmar angehören. Zusammen mit Hong Kong und Taiwan führen diese Länder auch die Bezeichnung Tigerstaaten. Speziell auf diese Länderkürzel abgestimmte Fonds finden sich derzeit nicht, wer in solche Fonds investieren möchte, der wird entweder in der Biallo-Topfonds-Tabelle "Emerging Markets / BRIC" fündig oder in der Tabelle "Asien".
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Risiken nicht vernachlässigen

Trotz Renditechancen sollten Fondskäufer bedenken, dass Geldanlagen in Emerging Markets mit Risiken behaftet sind. Neben den für Börsenanlagen typischen Kursrisiken bestehen in vielen Fällen Währungsrisiken. Die Währung des jeweiligen Investitionslandes kann gegenüber dem Euro abwerten. In der Folge verlieren die in dieser Währung auflaufenden Erträge ebenfalls an Wert. Nachteilig kann sich auch die häufig mangelnde Rechtssicherheit auswirken. In einigen, weniger demokratisch ausgerichteten Ländern sind staatliche Kontrolle von Unternehmen oder Zwangsauflagen, etwa im Steuer- oder Umweltbereich, möglich, was letztlich bis zu Enteignungen der Eigentümer führen kann. Auch die im Vergleich zu westlichen Industrieländern sehr unterschiedlichen Steuer- und Bilanzierungsregeln können Probleme verursachen.

Bestehende Risiken sollten Anleger aber nicht davon abhalten, einen Teil ihres Sparkapitals chancenreich am Aktien- oder Fondsmarkt zu investieren. Investmentfonds besitzen den Vorteil, dass Anleger auf die Kompetenz erfahrener Fondsmanager setzen können, die neben den einzelnen Unternehmen auch den Gesamtmarkt sowie die politische und wirtschaftliche Situation im Investitionsland genau verfolgen. Bei Anzeichen von Risiken oder Fehlentwicklungen schichten die Fondsmanager riskant angelegte Gelder in weniger riskante Anlagen um.
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