In demokratischen Gesellschaften entscheidet die Mehrheit, wie gehandelt wird. Das gleiche Prinzip verfolgt ein Aktienfonds, der vor einem Jahr aufgelegt wurde. Funktioniert das Konzept?
Die Masse irrt nur selten. Diese Erkenntnis stellte Woche für Woche sehr anschaulich die Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ unter Beweis. Der Publikumsjoker liegt fast immer richtig. Die Intelligenz der Masse ist wissenschaftlich bewiesen. Stimmt eine große Zahl an Menschen über ein Problem ab, liegen diese regelmäßig näher an der Lösung als wenn ein einzelner Experte die Antwort gibt. Das gilt auch für komplexe Börsenphänomene. So zeigt etwa die zweimonatliche Umfrage von TNS Infratest zur Dax-Entwicklung, dass die Gesamtheit der befragten 1.000 Bankkunden in der Regel bessere Prognosen für den Dax abgibt, als die Mehrzahl der professionellen Aktienexperte.
Das Wissen vieler Anleger will der Vermögensverwalter Michael Thaler aus Starnberg nutzen. Der 29-jährige entwickelte ein Fondskonzept, bei dem die Anleger über die Zusammensetzung des Portfolios selbst bestimmen. Gesteuert wird das Ganze von der Top Vermögen AG, einer seit dem Jahr 2000 unabhängig am Markt agierenden Vermögensverwaltung, der Thaler zusammen mit seinem Vater vorsteht. Gemeinsam mit der Luxemburger Kapitalanlagegesellschaft Axxion investiert Thaler weltweit in Aktien und konkurriert mit seinem Fonds Multi Structure Investtor Aktien Global mit dem MSCI World Index. Nach einem Jahr Anlagedauer ist der Erfolg bescheiden: Der Multi Structure erzielte rund zwei Prozent Gewinn. Der Vergleichsindex MSCI World Index schaffte hingegen auf Dollarbasis ein Plus von 24 Prozent. Euo-Anleger hatten allerdings nicht viel davon. Aufgrund der steten Dollarabwertung mussten sie sich mit einem Nullsummenspiel begnügen.