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20.10.2011 10:34

Fondssparen

Welcher Markt verspricht Erfolg?

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Fondssparer benötigen langfristige Anlageperspektiven. Doch wie entwickeln sich die Märkte? Analysten sehen die etablierten Industrienationen auf Jahre belastet und bevorzugen Schwellenländer.
Fondssparen Welcher Markt verspricht Erfolg
Wachstumsmarkt Asien - hier sprudelt das Geld noch in Mengen
Europäische Aktien sind derzeit günstiger bewertet als US-Aktien. Jürgen Rauhaus, Investmentchef von Pioneer Deutschland, sieht die Ursache darin: „Anders als in Europa ist das Szenario eines anhaltend schwächeren Wirtschaftswachstums noch nicht vollständig in den aktuellen Bewertungen der US-Aktien eingepreist.“ Bei den europäischen Aktien seien hingegen in sehr moderatem Maße bereits Befürchtungen bezüglich der Schuldenkrise – etwa eine geordnete Insolvenz Griechenlands – in den Aktien- und Anleihekursen enthalten. Außerdem habe der Kurssturz in den vergangenen Wochen die europäischen Börsen auf breiter Front ergriffen, sodass selbst Aktien von Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen wurden, die ihren Umsatz größtenteils außerhalb der Europäischen Union in Schwellenländern erwirtschaften, und die nicht rezessionsgefährdet sind, so Rauhaus. Vor diesem Hintergrund setze Pioneer Investment vermehrt auf europäische Aktien, im Gegenzug wurde das US-Engagement zurückgefahren.
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Das heißt aber nicht, dass Europa insgesamt positiv gesehen wird. Trotz günstigerer Aktienkurse bleibt die Einstufung unverändert auf „Underweight“. Rauhaus betont in diesem Zusammenhang, dass das Risikomanagement eine extrem wichtige Rolle spiele: „Viele europäische Aktien erscheinen derzeit günstig – doch nur mit sorgfältiger Risikoanalyse und -kontrolle sind hier sinnvolle Engagements möglich.“ Erfolge dürften aber erst sichtbar werden, wenn die dominierenden Kriseneffekte abnähmen und die Volatilität am Markt sinke. Dann werden die immer noch guten Kennzahlen vieler europäischer Unternehmen wieder stärkere Beachtung bei Anlegern finden.
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Fokus auf Schwellenländer richten

Das Thema Risikomanagement wird die Wertpapiermärkte auf Jahre prägen. Der Investmentexperte erwartet, dass „die kommenden Jahre durch einen langwierigen Schuldenabbau, geringes Wirtschaftswachstum und niedrige Renditen geprägt sein werden.“ Frühere Investmentlösungen funktionieren damit nicht mehr ohne Weiteres. Das veränderte Marktumfeld schaffe aber neue Anlagemöglichkeiten. „Langfristig werden die Emerging Markets aufgrund ihres Wirtschaftswachstums und ihrer guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter an Bedeutung gewinnen“, prognostiziert Rauhaus. Die abgeschwächte Weltkonjunktur werde dazu führen, dass der Inflationsdruck in den Schwellenländern abnehmen und so die dortigen Zentralbanken ihre bislang restriktive Geldpolitik wieder lockern könnten – mit neuen Impulsen für die heimische Wirtschaft.

Maarten-Jan Bakkum, Assetmanager bei ING Investment in Den Haag, sieht die Entwicklung ähnlich: „Während sich Europa irgendwie durchwurstelt und anscheinend außerstande ist, die Währungsunion zu retten, ergreift China entschlossene Maßnahmen zur Konjunkturförderung.“ So sei zum ersten Mal seit Anfang der 1990er Jahre den Lokalregierungen die Emission eigener Anleihen gestattet. Das aufgebrachte Kapital soll für Investitionen in die Infrastruktur genutzt werden. Außerdem wurden die Erwerbsbeschränkungen am Immobilienmarkt sukzessive gelockert und ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung von Kleinbetrieben angekündigt. Angesichts der Rolle Chinas als wichtigstes Einfuhrland für Güter von den Emerging Markets hängt viel von den Wachstumsperspektiven des Reichs der Mitte ab. Bakkum ist optimistisch: „Wenn das Vertrauen der Anlegerschaft in die Wirksamkeit der chinesischen Maßnahmen steigt, dann stellt das auch ein starkes positives Signal für die Schwellenländer insgesamt dar.“

Auch Eric Le Coz, Chefstratege der französischen Investmentgesellschaft Carmignac Gestion, favorisiert Schwellenländer. Nach seiner Ansicht habe Europa die Eurokrise noch nicht bewältigt und nehme inzwischen „beim Wettbewerb um die am wenigsten attraktive Währung eine Spitzenposition ein“. Das Wachstum in der Eurozone werde auch weiterhin verhalten ausfallen. „In diesem Umfeld bleibe ich vorsichtig gegenüber europäischen Aktien und bevorzuge Unternehmen, die von höherem Wachstum in ihrer Region profitieren, etwa Schwellenländer-Aktien“, so Le Coz. Die Wachstumschancen der Emerging Markets seien nach wie vor sehr gut. So werde die brasilianische Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter stark wachsen und China ergreife Maßnahmen, die ein stabiles Wachstum stützen und fördern.

Topfonds gewinnen zweistellig


Die positiven Ausblicke für Schwellenländer veranlassten jetzt die Fondsmanager von ING Investment einen neuen Aktienfonds aufzulegen. Seit 17. Oktober können Anleger in den ING Emerging Market High Dividend Fund investieren. Das Management erwirbt hochwertige Dividendenpapiere von aussichtsreichen Schwellenländern. Weil der Fonds neu ist, können Anleger aber noch nicht erkennen, wie gut er sich im Kategorienvergleich schlägt. Aussagekräftiger ist der Vergleich bestehender Portfolios. Die Biallo-Topfonds-Tabelle „Emerging Markets/BRIC“ listet zahlreiche erfolgversprechende Aktienfonds aus. So weisen zum Beispiel alle Fonds der Dreijahrestabelle jährliche Wertzuwächse von 20 Prozent und mehr aus. Spitzenreiter ist der Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies mit 30 Prozent Zugewinn pro Jahr. Auf Platz zwei folgt der Danske Invest Global Emerging Markets A mit einer Dreijahresrendite von gut 25 Prozent. Der Fonds ist bereits seit 13 Jahren am Markt und erzielt seitdem ein jährliches Kursplus von 9,2 Prozent. Einen Tick besser auf lange Sicht läuft der Vontobel Emerging Markets Equity B: Seit 18 Jahren am Markt schafft er eine Durchschnittsrendite von knapp zehn Prozent.

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