Gutes Timing bei der Einmalanlage in
Fonds beeinflusst zwar den Anlageerfolg, ist aber nicht allein entscheidend für erfolgreichen Kapitalaufbau. Mindestens ebenso wichtig sind die richtige Fondswahl, Geduld und Durchhaltevermögen beim Sparen sowie niedrige Gebühren. Welche Erfolgsregeln begünstigen den Vermögensaufbau?
Früh mit dem Sparen beginnen
Wer bereits in jungen Jahren regelmäßig spart, der kann mit kleinen Einsätzen kontinuierlich ein Vermögen aufbauen. Der Zinseszinseffekt beschleunigt das Kapitalwachstum Jahr für Jahr. Wer dagegen knausert und den Sparbeginn hinauszögert, der muss später mehr investieren. Beispiel: Ein Dreißigjähriger spart jeden Monat 100 Euro in einen Aktienfonds. Bei einer Rendite von sieben Prozent wächst das Vermögen bis zum 60. Lebensjahr auf 117.650 Euro. Beginnt der Sparer erst mit 40, erreicht er nur ein Bruttoergebnis von 51.060 Euro. Um den Dreißigjährigen einzuholen, müsste er 230 Euro monatlich investieren.
Ausdauer wird belohnt
Auf Risikobestimmung, Spardauer und Fondswahl kommt es an. „Da Kapitalaufbau nicht von heute auf morgen geht, brauchen Anleger Durchhaltevermögen“, erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Wer hin und wieder den Sparplan aussetzt, schmälert nicht nur das Sparergebnis, sondern erwischt oft auch ungünstige Kaufzeitpunkte.“ Schließlich wisse man nie, wann Aktienkurse hoch oder tief sind. Große Sparzeiträume glätten vorübergehende Kursschwächen und stabilisieren die Durchschnittsrenditen. „Langfristig gesehen erzielen Aktien gegenüber Bundesanleihen einen signifikanten Renditevorsprung“, so Nauhauser. Wichtig sei, auf kostengünstige Produkte zu achten und rechtzeitig vor Sparende Gewinne zu sichern und in schwankungsarme Fonds umzuschichten.
Geringe Kosten entscheidend
Ein Erfolgsfaktor sind geringe
Anlagekosten. Indexfonds (ETF) berechnen im Durchschnitt 0,1 bis 0,5 Prozent Verwaltungskosten pro Jahr. Aktiv gemanagte Aktienfonds kosten dagegen 1,3 bis 2,5 Prozent, mit entsprechend negativer Auswirkung auf die Rendite. Da viele aktiv verwaltete Aktienfonds regelmäßig schlechter laufen als ihr Vergleichsindex, empfiehlt Nauhauser „auf kostengünstige Indexfonds zu setzen“. Die Depotgebühren hält der Verbraucherschützer für nicht so entscheidend. Direktbanken verwalten Fondssparpläne ohnehin meist kostenlos.
Nicht alles auf eine Karte setzen
„Anleger sollten unterschiedliche Regionen und Branchen kombinieren, damit sich die Fondserträge unabhängig voneinander entwickeln“, rät Rüdiger Sälzle, Chef des Münchner Analyseinstituts Fondsconsult. Neben breit investierten, substanzstarken Aktienfonds sollten Renten- und Rohstoffwerte das Depot stabilisieren. Die Depotzusammensetzung und eventuelle Wertverschiebungen sollten jährlich überprüft und das Depot bei Bedarf neu justiert werden: „Hat ein Fonds stark an Wert zugelegt, ein anderer jedoch verloren, sind die Investitionssummen so zu verändern, dass sich die Fondsgewichte dem gewünschten Verhältnis wieder annähern“, erläutert Sälzle. Mit strategischen Neuausrichtungen sollte man jedoch sparsam umgehen. Grund: Häufiges Umschichten der Fonds kostet Gebühren, und die knabbern an der Rendite. Wer sein Geld professionell verwalten lässt, der sollte einen möglichst unabhängigen Berater wählen. Sälzle: „Unabhängige Vermögensverwalter unterliegen im Gegensatz zu Banken keinen Ertragsvorgaben, zudem müssen sie alle Kosten detailliert aufschlüsseln“.
Tipp: Unser
Fondssparplan-Rechner zeigt, bei welcher Bank Fonds mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag erhältlich sind und wie viel die dazugehörige Depotgebühr kostet.