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15.08.2011 13:04

Pfandbriefe

Geldanlage mit doppelter Absicherung

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Hypothekenpfandbriefe zählen nicht nur zu den ältesten Anlageprodukten in Deutschland sondern auch zu den sichersten. Wie profitieren Anleger?
Pfandbriefe Geldanlage mit doppelter Absicherung Finanzportal Biallo.de
Mittels Pfandbriefen werden Kredite an Hausbauer oder Städte und Gemeinden vergeben
In Krisenzeiten suchen Anleger nach sicheren Häfen für ihr Geld. Eine Möglichkeit sind grundschuldbesicherte Anleihen. Bereits Friedrich der Große ließ vor mehr als 240 Jahren die gesetzliche Grundlage für die heutigen Pfandbriefe schaffen. Bei Pfandbriefen handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, die Hypothekenbanken, Pfandbriefanstalten und Landesbanken herausgeben. Mit dem geborgten Geld werden Kredite an Hausbauer oder Städte und Gemeinden vergeben.

Pfandbriefe sind besonders sichere, weil streng reglementierte Anleihen. Sie werden auf der Basis des 2005 reformierten Pfandbriefgesetzes ausgegeben, das heißt sie sind unter anderem durch grundpfandrechtliche Forderungen oder Forderungen gegen die öffentliche Hand gesichert. Die meisten Darlehen sind durch die Eintragung einer erststelligen Hypothek garantiert. Viele Pfandbriefe sind von Rating-Agenturen mit Bestnoten klassifiziert. Sie gelten als ähnlich sicher wie Bundesanleihen. Bei Großanlegern wie Banken und Versicherungen sind sie deshalb sehr beliebt.

Wie andere Schuldverschreibungen werden Pfandbriefe an der Börse gehandelt. Die Papiere sind in der Regel mit einem gleich bleibenden Zinssatz und einer festen Laufzeit ausgestattet. „Während der Laufzeit kann es durch Veränderungen bei den Marktzinsen zwar zu Kursschwankungen kommen, doch am Ende haben Sparer gegenüber dem Herausgeber stets einen Anspruch auf die Rückzahlungen des vollen Nennwerts der gekauften Papiere“, sagt André Kauselmann, Wertpapierexperte bei der ING-Diba.

Doppeltes Sicherheitsnetz

Verglichen mit herkömmlichen Banken- und Unternehmensanleihen bieten Hypothekenpfandbriefe eine zusätzliche Sicherheit: Für die Rückzahlung steht als Schuldner nicht nur die herausgebende Bank gerade. Zusätzlich sichern Grundpfandrechte, die sich die Bank als Sicherheit für die an ihre Kunden ausgegebenen Baufinanzierungskredite in das Grundbuch hat eintragen lassen, die Rückzahlung des Anlagebetrags ab. Würde die Bank Pleite gehen, müssten sich die Anleger nicht zusammen mit anderen Anleiheinhabern in die Schlange der Gläubiger einreihen. Denn die Pfandbriefe und deren Sicherheiten fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank. Die Papiere werden vielmehr gesondert verwaltet und aus diesem Kapitalstock werden die Forderungen der Pfandbriefinhaber bedient.
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Monate
  Tagesgeld-Anbieter Zinssatz Zins-
ertrag
Einlagen-
sicherung
 
1
Cortal-Consors
2,60%   65 € 100% 
2
MoneYou
2,55% 64 € 100% 
3
Bank of Scotland
2,40% 60 € 100% 
4
Audi-Bank direct
2,30%   58 € 100% 
  Volkswagen-Bank direct
2,30%   58 € 100% 
Datenstand: 18.05.2012
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
 französische Einlagensicherung, Rest über BdB
 nur für Neukunden
 britische Einlagensicherung, Rest über BdB
 deutsche Einlagensicherung
 europäische Einlagensicherung
 Online-Konditionen
Um die Inhaber der Pfandbriefe davor zu schützen, dass die zur Absicherung dienenden Immobilien im Krisenfall nicht werthaltig genug sind, hat der Gesetzgeber strenge Regeln erlassen. So darf eine Bank ihre Pfandbriefe nur mit Hypothekenkrediten hinterlegen, deren Höhe einen Betrag von 60 Prozent des Beleihungswertes der Immobilie nicht überschreitet. „Damit jederzeit klar ist, welche Sicherheiten für einen Pfandbrief konkret bestehen, werden die Kredite samt den dafür eingetragenen Grundpfandrechten in ein Deckungsregister eingetragen, das ein Treuhänder überwacht“, so Kauselmann.
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Fallstrick beachten

Anleger sollten beachten, dass die Emittenten ihre Pfandbriefe mit Kündigungsrechten versehen können. Zwar betrifft dies nur wenige Briefe, aber dies kann mit Nachteilen verbunden sein. Emittenten nutzen das Kündigungsrecht oft dann, wenn der Pfandbrief zu einer Zeit ausgegeben wurde, zu der die Zinsen am Kapitalmarkt hoch waren. Sind die Zinsen in der Zwischenzeit gesunken, wie es seit einiger Zeit der Fall ist, können Anleger, die noch Hochzinspapiere in ihrem Depot haben, eine Kündigung nicht ausschließen. Pfandbriefkäufer, deren Papiere Kündigungsrechte vorsehen, sollten daher den Markt im Auge behalten. Wenn die Zinspapiere deutlich im Plus stehen, kann es sich lohnen, diese zu verkaufen. Bei der Kündigung des Pfandbriefs durch den Emittent können dagegen Verluste entstehen, denn der Anleger bekommt nur den Nennwert des Papiers ausbezahlt. Tipp: Jumbo-Pfandbriefe sind von vorzeitiger Kündigung ausgenommen.

Achtung: Bei Papieren ausländischer Emittenten ist Vorsicht geboten. So locken zwar derzeit hohe Renditen bei spanischen Pfandbriefemittenten, doch das Risiko ist ebenfalls hoch.

Tipp: Wer einen Verkauf seiner Papiere vor Endfälligkeit nicht ausschließt, der sollte von vornherein auf Jumbo-Pfandbriefe deutscher Emittenten oder auf Jumbo-Papiere großer europäischer Bankhäuser setzen. Diese Emissionen verfügen über ein Volumen von mindestens einer Milliarde Euro. Wenigstens fünf Bankinstitute garantieren den liquiden Handel dieser Papiere – dadurch bekommen Käufer und Verkäufer an der Börse immer faire Preise gestellt. Europäische Bankhäuser sehen allerdings oft hohe Mindesteinsätze ab 50.000 Euro für ihre Jumbo-Pfandbriefe vor.

Erzielbare Renditen

Die Renditen von Pfandbriefen werden nicht nur von der Kursentwicklung, sondern auch von der Laufzeit der Papiere beeinflusst. Papiere, die noch eine lange Laufzeit vor sich haben, werfen in der Regel höhere Renditen ab als Papiere mit kurzer Restlaufzeit. Aktuell bewegen sich die Renditen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit zwischen 1,5 und 3,5 Prozent. So wirft zum Beispiel der Pfandbrief der Uni Credit Bank mit der Kennnummer: HV0A1M bei einer Laufzeit bis zum 07.07.2014 trotz eines Zinskupons von 4,5 Prozent aktuell nur 1,72 Prozent Rendite ab.

Anders der Dexia-Pfandbrief mit der Kennnummer: DXA1LK. Das Papier läuft mit einer jährlichen Verzinsung von 4,75 Prozent noch bis 23.05.2018. Der aktuelle Kurs von 102 Prozent drückt zwar leicht die Rendite, Käufer aber würden immerhin einen jährlichen Gewinn von 4,38 Prozent erzielen.

Tipp: Einen sehr guten Überblick über Kurse, Renditen und Ratings von über 500 Pfandbriefen bietet die Internetseite der Börse Stuttgart unter dem Stichwort „Jumbopfandbriefe“.
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