Fallstrick beachten
Anleger sollten beachten, dass die Emittenten ihre Pfandbriefe mit Kündigungsrechten versehen können. Zwar betrifft dies nur wenige Briefe, aber dies kann mit Nachteilen verbunden sein. Emittenten nutzen das Kündigungsrecht oft dann, wenn der Pfandbrief zu einer Zeit ausgegeben wurde, zu der die Zinsen am Kapitalmarkt hoch waren. Sind die Zinsen in der Zwischenzeit gesunken, wie es seit einiger Zeit der Fall ist, können Anleger, die noch Hochzinspapiere in ihrem Depot haben, eine Kündigung nicht ausschließen. Pfandbriefkäufer, deren Papiere Kündigungsrechte vorsehen, sollten daher den Markt im Auge behalten. Wenn die Zinspapiere deutlich im Plus stehen, kann es sich lohnen, diese zu verkaufen. Bei der Kündigung des Pfandbriefs durch den Emittent können dagegen Verluste entstehen, denn der Anleger bekommt nur den Nennwert des Papiers ausbezahlt. Tipp: Jumbo-Pfandbriefe sind von vorzeitiger Kündigung ausgenommen.
Achtung: Bei Papieren ausländischer Emittenten ist Vorsicht geboten. So locken zwar derzeit hohe Renditen bei spanischen Pfandbriefemittenten, doch das Risiko ist ebenfalls hoch.
Tipp: Wer einen Verkauf seiner Papiere vor Endfälligkeit nicht ausschließt, der sollte von vornherein auf Jumbo-Pfandbriefe deutscher Emittenten oder auf Jumbo-Papiere großer europäischer Bankhäuser setzen. Diese Emissionen verfügen über ein Volumen von mindestens einer Milliarde Euro. Wenigstens fünf Bankinstitute garantieren den liquiden Handel dieser Papiere – dadurch bekommen Käufer und Verkäufer an der Börse immer faire Preise gestellt. Europäische Bankhäuser sehen allerdings oft hohe Mindesteinsätze ab 50.000 Euro für ihre Jumbo-Pfandbriefe vor.
Erzielbare Renditen
Die Renditen von Pfandbriefen werden nicht nur von der Kursentwicklung, sondern auch von der Laufzeit der Papiere beeinflusst. Papiere, die noch eine lange Laufzeit vor sich haben, werfen in der Regel höhere Renditen ab als Papiere mit kurzer Restlaufzeit. Aktuell bewegen sich die Renditen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit zwischen 1,5 und 3,5 Prozent. So wirft zum Beispiel der Pfandbrief der Uni Credit Bank mit der Kennnummer: HV0A1M bei einer Laufzeit bis zum 07.07.2014 trotz eines Zinskupons von 4,5 Prozent aktuell nur 1,72 Prozent Rendite ab.
Anders der Dexia-Pfandbrief mit der Kennnummer: DXA1LK. Das Papier läuft mit einer jährlichen Verzinsung von 4,75 Prozent noch bis 23.05.2018. Der aktuelle Kurs von 102 Prozent drückt zwar leicht die Rendite, Käufer aber würden immerhin einen jährlichen Gewinn von 4,38 Prozent erzielen.
Tipp: Einen sehr guten Überblick über Kurse, Renditen und Ratings von über 500 Pfandbriefen bietet die Internetseite der Börse Stuttgart unter dem Stichwort
„Jumbopfandbriefe“.