Bei Wackelbörsen können Sicherheitsmechanismen wie Stopps, also automatische Verkaufsaufträge, sinnvoll sein. Was für Aktien gilt, muss aber nicht gleichzeitig für Fonds gelten.
Während längerer Abwesenheit, zum Beispiel bei Urlaubs- oder Geschäftsreisen, sichern Aktiensparer ihre Depotgewinne gern mit Stopp-Loss-Marken ab. Dabei wird für jedes Börsenpapier eine Wertgrenze unterhalb des aktuellen Kurses festgelegt, bei deren Unterschreiten das Papier automatisch verkauft wird. Bei starken, unverhofften Kurseinbrüchen sichert der rasche Verkauf vorhandene Gewinne.
„Was bei spekulativen Wertpapieren wie Aktien ein probates Mittel gegen Kursverluste sein kann, ist für Fonds kaum sinnvoll“, argumentiert Werner Hedrich, von Morningstar Deutschland. Erstens sollten Fondsinvestments langfristig angelegt sein. „Ein paar Schwankungen können Anlegern also nichts ausmachen“, so Hedrich. Zudem verursache der plötzliche Anteilsverkauf hohe Kosten. Denn bei einem neuen Fondsinvestment ist erneut Ausgabeaufschlag zu zahlen. Ungünstige Auswirkungen zeigt der überhastete Verkauf auch unter steuerlichen Aspekten: Werden neu erworbene Fondsanteile mit Gewinn verkauft, fällt Abgeltungsteuer an. Der Verkauf älterer Fondsanteile ist zwar steuerfrei, allerdings unterliegen künftige Fondskäufe dann generell der Abgeltungsteuer.
Nach Ansicht von Fondsexperte Hedrich bringt häufiges Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren keinen Vorteil: „Es ist nachgewiesen, dass das Rein und Raus keinen signifikanten Beitrag zum Anlageerfolg bringt.“ Langfristiger Anlageerfolg gründet vielmehr auf einer ausgewogenen Vermögensstruktur des Depots. Hedrichs Rat: „Es reicht, wenn das Depot alle sechs Monate überprüft wird.“