So etwas hat es noch nie gegeben! Und wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, ob das mal eintreten könnte, hätte ich Sie für verrückt erklärt. Aber es stimmt tatsächlich: Die meisten Banken wollen kein Geld mehr von ihren Kunden. Zumindest nicht zu einem angemessenen Zins.
Natürlich nehmen Volks- und Raiffeisenbanken oder auch Sparkassen einem weiterhin Geld ab und speisen ihre Kunden mit Minizinsen von 0,5 Prozent ab. Und dies bei einer Inflation, die jetzt die Ein-Prozent-Marke wieder überschritten hat. Aber dann ist auch schon Schluss.
Gibt es denn kein Alternativen? Doch schon. Aber viele von denen, die noch mehr als zwei Prozent zahlen, haben keine recht Lust auf neue Kunden. Die Fidor-Bank, die immerhin noch 2,55 Prozent bietet, will in Geldanlage-Vergleichen am liebsten gar nicht mehr gelistet sein. Andere wiederum sind bei der Eröffnung von neuen Konten so zögerlich, dass man sich schon veräppelt vorkommt.
Bei einigen Banken sind Kundengelder noch willkommen
Aber es gibt auch noch Ausnahmen. Das sind die ING-Diba oder die Comdirect, bei denen auch eine zwei vor dem Komma bei Geldanlagen steht. Und denen es gelingt, das bei ihnen angelegte Geld an andere Kunden in Form von Ratenkredite oder Immobilien-Darlehen weiterzureichen. Willkommen ist man auch noch bei der Bank of Scotland oder der Debeka Bausparkasse.
Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Europäische Zentralbank möglichst rasch das viele Geld, mit dem sie die Märkte geflutet hat, einsammelt, damit wieder „normale“ Zustände auf den Finanzmärkten einkehren. Damit der Kunde, der Geld zu einer Bank bringen will, wieder König ist und kein Bettelmann, dem man die Tür vor der Nase zuschlägt.