
Auf den Punkt bringen – Finanzprodukte sollten für Verbraucher schnell und einfach zu verstehen sein
Das Kasino ist wieder eröffnet. Kaum ist die erste Krisenhysterie vorbei - die Lehman-Pleite liegt ein Jahr zurück -, da gelangen viele gute Vorsätze wieder in Vergessenheit: Mehr Transparenz bei Geldanlageprodukten, Sicherheit vor Rendite, Verbraucher sollten nur abschließen, was sie wirklich verstehen.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hatte unlängst empfohlen, dass bei der Geldanlageberatung jeder Kunde ein einseitiges Produktinformationsblatt zu Kosten, Risiken und Rendite erhalte. Doch bei der Umsetzung haperte es bislang – zu Lasten von uns Verbrauchern.
Als erstes deutsches Kreditinstitut bietet die ING-Diba nun eine Art „Beipackzettel“ zu bislang 22 Finanzprodukten an. Kunden können sich auf der Internetseite der Frankfurter Direktbank, die bereits beim Tagesgeld der Branchenprimus war, darüber informieren, wie ein Produkt funktioniert und welche Chancen und Risiken es birgt. Weitere Informationsblätter sollen folgen.
Das ist wichtig für eine Direktbank, bei der die Kunden ihre Geldanlageentscheidungen ohne persönliche Beratung treffen und umsetzen. Wichtig aber auch für alle anderen Banken, die durch Falschberatung Kunden das Geld abgeknöpft haben. Ein Schritt, der hoffentlich fleißige Nachahmung findet.
Gleichzeitig sollten wir Verbraucher hartnäckiger werden, genau hinschauen und uns trauen nachzufragen. Geldanlageprodukte, deren Risiken und Nebenwirkungen nicht auf einem solchen Informationsblatt erklärbar sind, sind gar nicht erklärbar. Ist bei einem persönlichen Gespräch der Anlageberater nicht in der Lage, das Produkt verständlich zu beschreiben, dann sollte man lieber die Finger davon lassen.