Winkt ein Schnäppchen, fällt es vielen Verbrauchern schwer zu widerstehen. Da kaufen sie große Mengen Senf, obwohl selbst bei intensiver Ausnutzung der Grillsaison der Verbrauch von mehr als zwei Gläsern unrealistisch ist. Die Einkaufstour wird um drei weitere Supermärkte mit besonders schreienden Angeboten erweitert und vor der Anschaffung des neuen Handys wird verglichen, verglichen, verglichen.
Bei Finanzangelegenheiten unternehmen sie jedoch erstaunlich wenig Anstrengungen, um ein günstiges und auf ihre Person zugeschnittenes Angebot zu finden. Die deutschen Geldanleger schätzen zwar finanzielle Sicherheit, aber ihre Finanzdinge selbst in die Hand zu nehmen, kommt für viele nicht in Frage. Das hat eine Forsa-Studie im Auftrag der Direktbank Comdirect ergeben.
Zinsen - das große Unbekannte
23 Prozent der Befragten vergleichen regelmäßig die Tarife von Mobilfunkgesellschaften und 57 Prozent die Spritpreise an Tankstellen. Mit den Konditionen von Banken und Sparkassen beschäftigt sich hingegen nur jeder Zehnte regelmäßig. Und jeder Vierte vergleicht bei Finanzdienstleistungen und -produkten sogar nie die Konditionen.
Selbst wenn es dabei nicht um ganz große Summen geht, läppern sich die Beträge. Wer beispielsweise monatlich 25 Euro in einen Sparplan einzahlt, bekommt nach zehn Jahren weit über 600 Euro an Zinsertrag ausgezahlt – oder weniger als 200 Euro. Und was ist eigentlich mit der Haftpflicht- und Hausratversicherung, dem Riestervertrag und dem unlukrativen Sparbuch des Sohnemanns? Mit dem Geld, das viele Deutsche auf diese Weise verschenken, ließen sich viele Senfgläser, Schuhe und Urlaubsreisen finanzieren. Oder aber die Altersvorsorge gescheit aufstocken.