
Biallo.de-Redakteur Wolfgang Thomas Walter
Der Euro schwächelt, die Inflationsgefahr steigt, die Börsen bleiben volatil: Und die Sparzinsen? Sie verharren seit geraumer Zeit auf sehr niedrigem Niveau, im Gefolge der Finanzkrise haben sich bei vielen Anbietern in den letzten beiden Jahren die Zinssätze sogar gedrittelt!
Nicht nur viele Staaten Europas haben also derzeit ihre lieben Finanznöte, auch der Privatanleger kommt mitunter gewaltig ins Grübeln. Soll ich mein Geld noch auf ein Sparkonto legen, und wenn ja, für welchen Zeitraum? Sind Staatsanleihen – in Zeiten drohender Staatspleiten – für mich eine wirkliche Alternative? Oder kann ich mit einem Fondssparplan nicht doch höhere Renditen – wie in den vergangenen Jahren – erzielen? Und was ist von Gold als sicherem Anlagehafen zu halten?
In der Tat: Sparer haben viele Möglichkeiten – und sollten trotz aller Hysterie um Gold, Rohstoffe und Aktienmärkte Sparkonten nicht aus dem Auge verlieren:
Tagesgeld – sicher und felxibel
Wer flexible bleiben möchte und kurzfristig auf gute Renditen zielt, liegt mit einem klassischen Tagesgeldkonto noch immer nicht falsch. Bis zu 2,5 Prozent an Zinsen kann man derzeit erziehen – deutlich mehr als die aktuelle Inflationsrate von 1,2 Prozent.
Der Vorteil: Es herrschen keine starren Sparregeln, wie etwa bei Kapitallebensversicherungen. Solche Konten ohne Laufzeitbindung können auch mittels Sparplan regelmäßig bespart werden – ohne feste Rate und Laufzeit, ganz der aktuellen Kassenlage angepasst. Und sollten die Zinsen überraschend doch steigen, kann man jederzeit problemlos in besser verzinste Sparprodukte wechseln.
Festgeld – sichere Zinsen über Jahre
Viele Sparer sind gerade in Krisenzeiten auf der Suche nach sicheren Zinsen über Jahre hinweg. Eine passende Sparform sind hier Festgelder und Sparbriefe. Mit Laufzeiten von wenigen Monaten bis zu zehn Jahren kann man sich für den angelegten Betrag fixe Zinsen quasi im Voraus sichern – ohne Risiko. Derzeit werden Spitzenzinsen von 3,0 bis 4,5 Prozent am Markt geboten – deulich mehr also als auf Tagesgeldkonten. Doch Vorsicht: Mit Festgeldverträgen ist man samt Zinssatz zeitlich gebunden. Auf neue, besser verzinste Sparprodukte kann man kaum reagieren, auch steigender Inflation, sprich Entwertung der Zinsgutschrift, steht man hilflos gegenüber.Vorzeitige Kündigungen – wenn möglich – kommen dem Kunden in der Regel teuer zu stehen.
Sparplan – Erfolg auf der Zinstreppe
Gerade für junge Leute, die in der Regel nicht über größere Anlagebeträge verfügen, bieten Sparpläne gute Möglichkeiten des Vermögensaufbaus. Mit monatlichen Raten ab 25 Euro kommen über Jahre hinweg – in der Regel zwischen fünf und 20 Jahren – beachtliche Summen zusammen. Stufenzinsen, Boni und Extrazinsen steigern hier zusätzlich den Ertrag. Allerdings gilt: Wer sich für solch eine Sparform entscheidet, sollte auf eine ordentliche Grundverzinsung achten und einen langen Atem mitbringen. Meist werden die vollmundigen Rentiteversprechnungen dank Zinseszinseffekten erst in den letzten Sparjahren Realität.
Fazit: Auch in Niedrigzinszeiten müssen sich die Klassiker der Geldanlage keinesfalls verstecken. Wer voraussehend plant und den Zinsmarkt gut beobachtet, hat gute Chancen die aktuelle „Finanz- und Zinskrise“ gut zu überstehen – wenn die Einlagensicherung stimmt ganz ohne Risiko.