Wie die Stiftung Warentest schon mehrmals nachwies, haben die Bankangestellten vor Ort selten das Interesse der Kunden im Blick, mehr die Interessen ihres Brötchengebers.
Wenn wir ehrlich sind, sind wir daran selber schuld. Denn die meisten sind nicht bereit, für eine Beratung ein Honorar zu zahlen. Eigentlich komisch. Denn Rechtsanwälten oder Steuerberatern honorieren wir ihre Arbeit doch auch. Jeder von uns muss einsehen, dass er die Bankdienstleistung immer bezahlt. Entweder direkt mit einer monatlichen Pauschale wie das die Quirin Bank seit einiger Zeit mit Erfolg anbietet. Oder indirekt, indem wir uns in einem angeblichen Beratungsgespräch Produkte vom Bankangestellten andrehen lassen, die ihm und seinem Arbeitgeber eine hohe Provision bescheren.
Viele Geldhäuser bringen Produkte auf den Markt, die kaum jemand versteht. Das ist gewollt. Denn jetzt ist der Beratungsbedarf da. Zudem lassen sich Provisionen darin verstecken.
Was lernen wir daraus? Wer wirklich vermögend ist, sollte für eine vernünftige Beratung Geld zahlen. Dann fließen die Provisionen in die eigene Tasche. Die meisten von uns brauchen aber gar keine "Beratung", sondern einfach Produkte wie ein Tagesgeld-Konto statt niedrig verzinstem Sparbuch. Sparbriefe oder Bundeswertpapiere für den längerfristigen Bereich. Einen Riester-Vertrag zur Altersvorsorge und - wer sich´s leisten kann - eine Baufinanzierung. Im eigenen Heim lebt man im Alter angenehmer.