Nun haben auch zwei sehr wichtige Verbände Entwürfe für ein Produktinformationsblatt vorgelegt, das Geldanlegern künftig über Chancen und Risiken von Bankprodukten aufklären soll. Grund zum Aufatmen für alle Verbraucher?
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) und der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) kommen damit dem Drängen der resoluten Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner nach. Auch der Sparkassenverband will bald mit einem „Beipackzettel“ nachziehen.
Dass diese wichtigen Spitzenverbände hier endlich Flagge zeigen, ist sicher zu begrüßen. Vorreiter sind hier die ING-Diba, die bereits im Herbst letzten Jahres für rund 20 Produkte Informationsblätter ins Netz gestellt hatte, gefolgt von der Deutschen Bank, die Anfang Februar dieses Jahres ihre Beipackzettel-Initiative publik machte. Und nun kündigen auch andere Geldhäuser wie die Targobank, die Postbank und Hypovereinsbank solche Informationen zugunsten ihrer Kunden an. Diesen Prozess können wir als Verbraucher noch beschleunigen, indem wir bei unseren Bankkontakten bewusst nach den Produktinformationsblättern fragen und so den Druck auf die Geldhäuser weiter erhöhen.
Geldanlegern dürfte jetzt noch deutlicher werden, dass sich hohe Sicherheit und hohe Renditen fast immer ausschließen. Oder dass es ohne ein gewisses Risiko keine hoch verzinsten Papiere gibt. Andererseits sollte man sich auch nicht mit Minizinsen auf Sparbüchern abspeisen lassen, wie dies heute immer noch weit verbreitet der Fall ist. So gut die besten Informationsblätter auch immer sind: Sie befreien den aufgeklärten Konsumenten nicht davon, die Zinsen zu vergleichen, um zu mehr Rendite oder geringeren Kreditbelastungen zu kommen.