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Nicht blenden lassen

07.05.2010 16:11
Von Marcus Preu
 Nicht blenden lassen
Gold ist verführerisch. Und der Mythos entfaltet sich immer dann besonders gut, wenn die Welt aus den Fugen zu geraten droht - so wie dieser Tage. Gold ist der letzte Rettungsanker im Finanzsystem - und steuert gerade wieder auf neue Höchststände zu. Viele sehen im Gold einen wirksamen Inflationsschutz. Zu Recht?
 
Gerade in unsicheren Zeiten sollte man sich vom Glanz des Edelmetalls nicht blenden lassen. Oder sagen wir besser: von dessen Preis an den Märkten. Der scheint keine Obergrenze mehr zu kennen und war schon bis auf 1.200 US-Dollar je Feinunze geklettert. Erste Prognosen, Gold würde bald 2.000 oder gar 5.000 US-Dollar je Feinunze kosten, machten die Runde und befeuerten die Nachfrage nach dem Edelmetall weiter.

Niemals wertlos, aber manchmal zu teuer

Gold, so haben wir gelernt, bringt keine Zinsen. Wenn der Zins ein Preis für das Risiko ist, das man mit einer Anlage eingeht, dann sollte Gold demnach eine risikolose Anlage sein. Das stimmt insofern, als dass Gold niemals wertlos werden dürfte. Es schützt vor einem Totalverlust des Vermögens und garantiert stets ein Mindestmaß an Liquidität – wenn es physisch in handhabbaren Größen vorliegt.
Doch der Goldpreis hängt längst nicht mehr allein vom begrenzten Goldangebot an den Weltmärkten ab. Das „Verbriefungsfieber“ hat auch die Goldanlage erfasst. So treiben den Goldpreis eben auch Finanzmarkt-Wetten nach oben, die nicht mit physischem Gold unterlegt sind.

Achtung Goldblase!

Gold mag als Metall knapp werden. Doch der Preis, der für das Edelmetall gezahlt wird, ist eben auch Zeichen der gigantischen Liquidität weltweit, die eine Unterlegung durch „greifbare Werte“ sucht. So wie die Rohstoffpreise insgesamt hoch getrieben wurden und werden, geht es auch dem Gold. Es schützt nicht vor Inflation, es ist Opfer von Inflation, die sich eben heute nicht in einem Kaufkraftverlust bei Gütern des täglichen Bedarfs bemerkbar macht, sondern in aufgeblähten Vermögenspreisen. Es hat sich eine Goldblase gebildet.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Wenn man dies weiß, lässt sich wiederum mit Gold ganz gut leben. Gewusst wie – davon handelt dieses Spezial.
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Leserkommentare

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08.05.2010 02:47 Uhr
Stefan E.: Gold oder war das der $ ?
Wie war das Anfang der 80er Jahre? Kann mich noch gut erinnern....der $ stieg auf fast unermessliche Grösse gegenüber der DM auf über das 4-fache..und der Goldpreis tat sein übriges dazu...das Kilo Gold gab es seinerzeit für ca.12.000 DM, dann stieg es auf satte über 40.000 DM, dank den Spekulanten.... Ich sage heute nur: Gold kann ich nicht essen, Rohstoffe -wie Getreide schon - die Bauern haben somit mehr "Gold" in deren Waagschale, wie die "Herren Preistreiber an den Börsen".... seinerzeit dauerte es auch nicht lange, und der $ fiel und fiel und wäre heute weniger wert als die DM seinerzeit. Apropos 5000 $ für Gold...Benzin und sonstige Kraftstoffe kosten auch in Zukunft 100 $....wer will es beweisen, dass es nicht weniger ist???
Foto: biallo.de ID:3811
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